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Empörung über Vorgehen der Marine Bärin klettert mit Nachwuchs auf russisches Atom-U-Boot – beide Tiere werden erschossen

Eine Braunbärin und ihr Junges (Symbolbild).
Eine Braunbärin und ihr Junges (Symbolbild). Vermutlich handelte es sich bei den beiden in Russland erschossenen Tieren um die selbe Spezies.
© Fotofeeling / Picture Alliance
Im Osten Russlands sind eine Bärin und ihr Junges auf ein Atom-U-Boot im Hafen geklettert. Daraufhin wurden beide erschossen. Die Marine verteidigt das Vorgehen.

Die russische Marine hat im Osten des Landes eine Bärin und ihr Jungtier erschießen lassen, nachdem beide auf ein im Hafen liegendes Atom-U-Boot geklettert waren. Das berichten unter anderem die "Moscow Times" und die BBC. Am Wochenende war eine entsprechende Videoaufnahme auf verschiedenen Internetplattformen aufgetaucht, es blieb jedoch unklar, wann genau sich der Vorfall zugetragen hat. Darauf ist zu sehen, wie die Mutter und das Jungtier durch eine Bucht zu dem U-Boot schwimmen, den Berichten zufolge in der Kamtschatka-Region. Beide sitzen später an Deck, als ein Schuss zu hören ist und ein Bär ins Wasser fällt.

Laut der BBC verteidigte die russische Marine das Vorgehen. Es habe keine andere Option gegeben, als die beiden Tiere zu töten, weil diese eine Gefahr für die Allgemeinheit gewesen wären. Ein Jäger sei hinzugezogen worden und hätte die Tiere erschossen. Laut der "Moscow Times" sollen sich die beiden Bären bereits seit mehreren Tagen in der Ortschaft aufgehalten haben und hätten sich nicht vertreiben lassen.

Kamtschatka-Halbinsel: Oft werden Bären erschossen

Unter den Videos im Netz finden sich hunderte Kommentare von Nutzern, die das Vorgehen als "unnötig" und "herzlos" bezeichnen.

Der "Moscow Times" zufolge soll die Bärin verwundet und abgemagert gewesen sein, was ebenfalls zu der Entscheidung beigetragen haben soll, die beiden zu erschießen.

Bei den Tieren soll es sich den Medienberichten zufolge um Braunbären gehandelt haben, die Behörden bestätigten dies jedoch nicht. Zwischen 10.000 und 14.000 Braunbären leben auf der Kamtschatka-Halbinsel, die auch immer wieder mit den dort etwas mehr als 300.000 lebenden Menschen zusammentreffen. Ein Sprecher der regionalen Forstbehörde sagte gegenüber der Agentur Interfax, dass allein in diesem Jahr bereits mindestens 50 Bären getötet worden seien, weil sie sich aggressiv verhalten hätten.

Empörung über Vorgehen der Marine: Bärin klettert mit Nachwuchs auf russisches Atom-U-Boot – beide Tiere werden erschossen

Vergangenes Jahr sorgte ein Dorf im Norden Russlands für weltweites Aufsehen, weil dort plötzlich mehr als 50 Eisbären aufgetaucht waren, die das öffentliche Leben nahezu zum Erliegen brachten. Veranstaltungen wurden abgesagt, Schulen von bewaffneten Kräften bewacht. Viele Experten befürchten, dass der Klimawandel solche Ereignisse begünstigen könnte, weil den Eisbären Teile des Polareises wegschmelzen.

Quellen:"Moscow Times" / BBC

fin

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