Sturmflut in Hamburg Flut ins Wasser gefallen


Die Sturmflut ist zumindest in Hamburg weniger schwer ausgefallen als erwartet. Die Hanseaten nahmen das Naturschauspiel gelassen hin und die Feuerwehr begegnete der Sturmflut routiniert. Nur für Schaulustige gab es einiges zu sehen.

Die schwere Sturmflut in Hamburg hat weniger Schäden als befürchtet angerichtet. "Für Hamburg ist das weitgehend glimpflich verlaufen", berichtete ein Feuerwehrsprecher am Freitag. Unter Hochdruck hatten Polizei und Feuerwehr Sicherheitsmaßnahmen getroffen, um die gefährdeten Gebiete zu schützen.

Feuerwehr musste ausrücken

Bereiche wie der Fischmarkt und die Große Elbstraße waren überflutet. Dort musste die Feuerwehr vor allem Autos aus dem Wasser bergen, zweimal saßen noch Menschen in den Wagen. Verletzte gab es nicht. Die Sturmflut hatte in der Hansestadt am Nachmittag ihren Höchststand mit 3,33 Meter über dem mittleren Hochwasser erreicht.

In der Speicherstadt forderte die Polizei per Lautsprecher die Menschen zum Verlassen der Bürogebäude auf. Dort musste die Feuerwehr, die bis zum späten Nachmittag zu etwa 30 bis 40 Einsätzen infolge der Sturmflut ausrücken, vor allem Keller abpumpen. Dennoch herrschte eine weitgehend entspannte Stimmung: Menschen saßen in ihren Büros am Schreibtisch, Neugierige spazierten mit Hund oder Einkaufstüte durch die nur teilweise überfluteten Straßen des historischen Viertels.

Spektakel für Schaulustige

Am Fischmarkt bargen Feuerwehrleute Autos aus dem Wasser. Dennoch: "Für Hamburger Verhältnisse ist das absolut nichts Besonderes", meinte ein Feuerwehrsprecher am Einsatzort. Weitaus aufregender war es dagegen für so manchen Touristen. "Wir sind beeindruckt von dem Ganzen hier", sagte Harald Rössler aus Friedrichshafen. "Am meisten erstaunt bin ich, wie schnell der Wasserstand gestiegen ist."

Gelassener sahen das die Einheimischen: "Das ist wie jedes Jahr im Oktober und November, wenn die schweren Stürme kommen", meinte ein Mitarbeiter aus dem "Slattery's Irish Pub" am Fischmarkt. Der kleine Carlo (3 Jahre alt) war nach den Worten seiner Mutter Sandra nur gekommen, "weil er zuhause so gerne Ebbe und Flut in der Badewanne spielt. Jetzt wollte er auch gern mal die Sturmflut sehen."

Sorge um Landungsbrücken

Im Hafen wurden nach Angaben der Hafengesellschaft HHLA am Containerterminal Burchardkai die Fluttore geschlossen. Für Lastwagen und Bahn blieb der Terminal weiterhin erreichbar. Die Einsatzkräfte waren unterdessen damit beschäftigt, losgerissene Kleinschiffe und Schuten zu sichern. Sorgen bereitete ihnen das historische Gebäude der Landungsbrücken: Das Technische Hilfswerk (THW) versuchte dort, ein Volllaufen des Gebäudes zu verhindern.

Die Sturmflut hatte in Hamburg um 15.33 Uhr ihren Scheitelpunkt bei 3,33 Meter über dem mittleren Hochwasser erreicht. "Das Wasser wird jetzt ganz normal ablaufen, die Lage entspannt sich wieder", berichtete Heike Dreyer vom Sturmflutwarndienst beim Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH). Das nächste Hochwasser soll nach Angaben des BSH am Samstagmorgen um 4.38 Uhr mit einem Meter über dem mittleren Hochwasser eintreffen. "Es wird also alles wieder deutlich entspannter", sagte Dreyer

DPA DPA

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