HOME

Freispruch: Wie ein Temposünder die Justiz narrte und straffrei davonkam

Ein Verkehrssünder hat in Stuttgart ein Fahrverbot und eine Geldstrafe wegen Raserei umgangen – und bleibt jetzt straffrei. Das Gericht musste den Mann wegen eines legalen Tricks freisprechen.

Fahrzeuge fahren an der Osterfeldstraße an einer Blitzersäule vorbei.

Der Mann war mit Tempo 180 auf der Bundesstraße unterwegs. Nur 120 Kilometer pro Stunde waren erlaubt.

Picture Alliance

Das Oberlandesgericht Stuttgart bestätigte den Freispruch eines Temposünders am Landgericht Tübingen, wie es am Dienstag mitteilte. Die Staatsanwaltschaft Tübingen hatte die Prüfung veranlasst, weil sie den Mann der falschen Verdächtigung für schuldig hielt.

Als Raser geblitzt – den Strafzettel aber umgangen 

Der Mann war als Raser geblitzt worden - er soll auf einer Bundesstraße bei erlaubten 120 Kilometern pro Stunde fast Tempo 180 gefahren sein. Dafür flatterte ihm ein Strafzettel ins Haus:

Er sollte 480 Euro zahlen und seinen Führerschein für einen Monat abgeben. Er wandte sich an eine Person, die im Internet damit warb, gegen eine Zahlung Fahrverbote zu übernehmen. Die Person füllte den Anhörungsbogen des Rasers aus - wie sich herausstellte, gab sie darauf eine nicht existierende Person in Karlsruhe an.

Den Behörden fiel der Trick nicht auf

Bis die Behörden das bemerkten, war die Raserei verjährt und der Mann konnte nicht mehr belangt werden. Wie das Oberlandesgericht Stuttgart jetzt bestätigte, hat er sich auch nicht der falschen Verdächtigung schuldig gemacht – dafür hätte er eine real existierende Person zu Unrecht belasten müssen.

she / DPA