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Terroranschlag in Russland: Explosion lässt Zug entgleisen

Auf den Schnellzug "Newski Express" zwischen Moskau und St.Petersburg ist ein Terroranschlag verübt worden. Bis zu 39 Menschen kamen bei dem Unglück im Nordwesten Russlands ums Leben, rund 100 Passagiere wurden verletzt. Inzwischen soll auch Sprengstoff gefunden worden sein.

Das Zugunglück im Nordwesten Russlands ist nach Einschätzung der Ermittler ein Terroranschlag gewesen. Das teilte die russische Staatsanwaltschaft mit. Der Zug war am Freitagabend auf der Strecke zwischen Moskau und St. Petersburg entgleist, wodurch bis 39 Menschen ums Leben kamen und rund 100 der mehr als 650 Passagiere verletzt wurden.

Die Ermittlungsbehörden haben Zweifel, dass ein im Internet aufgetauchtes "Bekennerschreiben" einer rechtsradikalen Organisation authentisch sei, sagte ein Polizeisprecher.

Nach Angaben der Ermittler war unter einem Wagen ein Sprengsatz angebracht. An der Unglücksstelle seien Spuren von Sprengstoff gefunden worden, berichteten russische Nachrichtenagenturen unter Berufung auf Sicherheitschef Alexander Borotnikow. Demnach detonierte eine selbst gebaute Bombe mit einer Sprengkraft von sieben Kilogramm TNT. Der Sprengsatz wurde den Angaben zufolge auf den Gleisen deponiert. Präsident Dmitri Medwedew bestellte noch für Samstag einen Krisenstab in den Kreml ein.

Nach Mitteilung des Innenministeriums waren in dem Zug auch Ausländer. Mindestens ein italienischer Staatsbürger werde in einer Klinik behandelt, hieß es. Hinweise auf deutsche Reisende gab es nicht.

Passagiere hörten Knall

Passagiere hatten zunächst einen Knall gehört, daraufhin rutschten vier der 14 Waggons von den Gleisen. Der Zugführer hatte noch eine Notbremsung eingeleitet.

Im August 2007 hatte es auf derselben Strecke einen Anschlag mit etwa 60 Verletzten gegeben. Damals waren tschetschenische Rebellen verantwortlich gemacht worden, allerdings wurde die Tat nie geklärt. Die Verbindung zwischen den beiden größten Städten des Landes ist vielbefahren, die Expresszüge sind oft voll besetzt.

DPA/AFP/Reuters / DPA / Reuters