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Norderstedt bei Hamburg Thor-Steinar-Laden am Eröffnungstag dicht gemacht

In Norderstedt bei Hamburg musste ein Thor-Steinar-Laden nur nach wenigen Stunden wieder schließen
In Norderstedt bei Hamburg musste ein Thor-Steinar-Laden nur nach wenigen Stunden wieder schließen
© Picture Alliance/SuccoMedia
Am Freitag hatte im Städtchen Norderstedt ein neuer Laden der Marke Thor Steinar aufgemacht. Keine zwei Stunden später musste er aber wieder schließen - angeblich aus "baurechtlichen Gründen".

Am Freitag hat die Stadt Norderstedt ein Thor-Steinar-Geschäft geschlossen - und das nur zwei Stunden nach seiner Eröffnung. Das berichtet die Lokalzeitung "Hamburger Abendblatt". Die Modekette, die vor allem in der rechten Szene beliebt ist, hatte erst am Donnerstagabend über soziale Netzwerke die Eröffnung einer neuen Filiale angekündigt. Zum geplanten Verkaufsbeginn am folgenden Morgen standen jedoch rund 25 Menschen vor dem Laden und protestierten gegen die Eröffnung. Die Polizei war mit 20 Einsatzkräften vor Ort. Doch die Spontandemo verlief friedlich. 

"Wir dürfen und wollen uns nicht die rechte Szene aus Hamburg in die Stadt holen", sagte der Fraktionschef von Die Linke in Norderstedt Miro Berbig vor Ort. Auch der Fraktionschef der Grünen Detlev Grube zeigte sich laut dem "Hamburger Abendblatt" empört. "So etwas wollen wir hier in der Stadt nicht haben. Das passt nicht zu einem weltoffenen Norderstedt mit seiner ausgeprägten Willkommenskultur und gefährdet den öffentlichen Frieden", sagte er. 

Kampf für die "Weltoffenheit Norderstedts"

Kurze Zeit später tauchten auch schon die Mitarbeiter des Ordnungsamts auf und machten den Laden dicht. Erklärt wurde der Schritt mit baurechtliche Gründen, die jedoch nicht näher erläutert wurden. Angeblich sollen Unterlagen gefehlt haben. 

"Die Stadt wird sicherstellen, dass das Geschäft geschlossen bleibt", sagte Rathaussprecher Bernd-Olaf Struppek laut der Lokalzeitung. Als weltoffene Kommune werde Norderstedt mit allen rechtsstaatlichen und juristischen Mitteln dagegen kämpfen, dass im Stadtgebiet ein Treffpunkt für Menschen mit rechtsradikalen Ansichten entsteht.

Grube schließt dem Bericht zufolge weitere Aktionen gegen den Thor-Steinar-Laden nicht aus. "Wenn nötig, müssen eben auch wir auf die Straße gehen, um die Weltoffenheit Norderstedts zu verteidigen", so der Linken-Politiker.

Thor Steinar verfügt in Deutschland über zwölf Filialen. Zum Jahresende muss die Modekette jedoch ihr Geschäft im schleswig-holsteinischen Glinde aufgeben, nachdem der Mietvertrag bereits im Juli ausgelaufen ist. Fünf Jahre lang hatten dort Gegner des Labels gegen den Laden protestiert.

ivi

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