Tirol Lawine reißt sechs Tourengeher in den Tod


Bei einem Lawinenunglück in der Nähe von Sölden im österreichischen Tirol sind sechs Menschen ums Leben gekommen. Die Tourengeher aus Tschechien hatten kaum eine Überlebenschance. Auf 3000 Metern Höhe wurden sie verschüttet, die Bergwacht konnte wegen des Wetters zunächst nicht helfen.

Bei einem schweren Lawinenunglück im Gebiet des Schalfkogels bei Sölden in Tirol sind am Samstagnachmittag sechs Tourengeher aus Tschechien in den Tod gerissen worden. Nach Angaben eines Polizeisprechers vom Sonntag wurde die Gruppe in etwa 3000 Metern Höhe gegen 16.15 Uhr von den Schneemassen erfasst. Augenzeugen, die die Katastrophe verfolgt hatten, alarmierten sofort die österreichische Bergrettung. Ein Rettungshubschrauber sei zur Unglücksstelle in sehr steilem Gelände geflogen, habe aber wegen des schlechten Wetters wieder umkehren müssen, sagte ein Polizeisprecher. Die Helfer mussten die Bergung wegen der heftigen Neuschneefälle auf Sonntagmorgen verschieben. Nach Angaben der Polizei handelt es sich bei der Unglücksstelle um ein "vergletschertes Gebiet mit sehr viel Schnee".

Kurz nach Tagesanbruch begannen Hilfsmannschaften am Sonntagmorgen mit dem Bergungseinsatz. Die Helfer, darunter fünf Hundestaffelführer, konnten innerhalb von einer Stunde alle sechs Verschütteten bergen. Für sie kam jede Hilfe zu spät. Die Opfer wurden zunächst nach Obergurgel geflogen. Sie wurden dort von einem Mitglied der tschechischen Gruppe identifiziert, das nicht an der Bergtour teilgenommen hatte. Die Aktion der österreichischen Bergrettung wurde nach der Bergung der sechs Toten am Morgen beendet, weil es keine weiteren Hinweise auf weitere Verschüttete gab.

Sölden ist einer der bekanntesten und von prominenten Deutschen gern besuchten Ski-Urlaubsorte Österreichs. Im Oktober ist Sölden Auftaktsort für die internationalen Ski-Weltcuprennen.

Lawinenunglück in Südtirol

Nach Angaben des österreichischen Rundfunks ORF wurde am Samstag auch in Südtirol ein Tourengeher von einer Lawine verschüttet und getötet. Der 54-Jährige war mit zwei Freunden im Matschertal im Südtiroler Vinschgau unterwegs. Wegen der zu großen Lawinengefahr kehrte die Gruppe jedoch bereits nach kurzer Zeit um. Beim Abstieg wurde der Mann, ein Mitglied der italienischen Bergrettung, jedoch von einer Lawine begraben und fast fünf Meter tief verschüttet. Er konnte nur noch tot geborgen werden.

DPA/Reuters DPA Reuters

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