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Ukraine: 77 Tote bei Grubenunglück

Bei einer Explosion in einem Kohlebergwerk in der Ukraine sind nach Angaben der Rettungskräfte 77 Menschen ums Leben gekommen. Hochexplosives Gas soll sich in 1000 Meter Tiefe entzündet haben. Es wird davon ausgegangen, dass noch längst nicht alle Todesopfer entdeckt wurden.

Beim wahrscheinlich schwersten Grubenunglück in der Geschichte der Ukraine haben Rettungskräfte bislang die Leichen von 77 Bergleuten geborgen. In der Schachtanlage Sassjadko in der Kohlemetropole Donezk suchten die Helfer nach noch etwa 30 vermissten Arbeitern, wie der Zivilschutz in Donezk mitteilte. Nach inoffiziellen Angaben gehen die Behörden davon aus, dass insgesamt bis zu 100 Bergleute bei der Methangasexplosion am Sonntag gestorben sind.

Nach ersten Erkenntnissen soll bei Bohrungen zur Vorbereitung von Sprengungen ein Funke das hochexplosive Grubengas in mehr als 1000 Metern Tiefe entzündet haben. Zum Zeitpunkt des Unglücks hielten sich 457 Bergleute unter Tage auf. Mehr als 350 Arbeiter wurden nach Angaben des Zivilschutzes gerettet, etliche erlitten schwere Verletzungen.

Präsident Juschtschenko bei der Trauerfeier

Bei der dreitägigen Trauer im Kohlerevier der Ukraine wurde auch Präsident Viktor Juschtschenko in Donezk erwartet. Das Bergwerk Sassjadko zählt zu den größten und wegen der hohen Grubengaskonzentration unter Tage auch zu den gefährlichsten Anlagen in der Ukraine. Beim bislang schwersten Grubenunglück kamen im benachbarten Gebiet Lugansk im Jahr 2000 insgesamt 80 Bergleute ums Leben.

DPA / DPA
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