Unglück Terminaldach am Pariser Flughafen eingestürzt


Beim Einsturz eines Dachs auf dem Pariser Flughafen Charles de Gaulle sind mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen und etliche verletzt worden. Weitere Passagiere waren noch unter Trümmerteilen eingeklemmt.

Auf dem Pariser Flughafen Charles de Gaulle ist am Sonntag ein Teil eines neuen Terminals eingestürzt und hat mindestens fünf Menschen unter sich begraben. Drei weitere Menschen wurden verletzt. Das Unglück ereignete sich in einem 30 Meter langen Teil des erst vor elf Monaten eröffneten Terminals 2E. Bei den Toten handelt es sich wahrscheinlich um Fluggäste. Behörden teilten mit, dass sich die Opferzahl auf sechs erhöhen könnte.

Autos wurden zerquetscht

Hunderte Rettungskräfte waren im Einsatz und richteten vorsorglich Notkrankenstationen ein. Bergungstrupps suchten mit Spürhunden nach Verschütteten. Der Präfekt der Region Seine-Saint-Denis, Michel Sappin, rechnete jedoch nicht damit, dass sich noch Opfer unter den Trümmern befanden. "Es sieht ziemlich schlimm aus", sagte die gerade aus Houston angekommene Passagierin Amy Haight. Sie habe vom Flugzeug aus das eingestürzte Gebäude und Dutzende Einsatzfahrzeuge gesehen. "Es ist so traurig, so furchtbar", sagte sie. Unter dem eingestürzten Gebäudeteil wurden Autos von mehreren Tonnen schweren Trümmerteilen aus Beton, Stahl und Glas zerquetscht.

Ein schlimmeres Unglück konnte verhindert werden, weil kurz vor dem Einsturz gegen 07.00 Uhr Risse in der Konstruktion entdeckt worden waren und Wachleute den Bereich absperrten. "Einige Zeugen hörten kurz vor dem Einsturz etwas knacken. Es gab Risse und etwas Betonstaub", sagte der Chef der Pariser Flughafenverwaltung, Pierre Graff. Am Sonntagmorgen waren nur wenige Passagiere unterwegs. Zum Zeitpunkt des Unglücks waren gerade zwei Maschinen aus New York und Johannesburg gelandet. Ein Flug nach Prag startete.

Wahrscheinlich sechs Tote

Innenminister Dominique de Villepin und Verkehrsminister Gilles de Robien besuchten die Unglücksstelle in Roissy im Norden der französischen Hauptstadt. Präsident Jacques Chirac sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus und kündigte eine Untersuchung an. De Villepin sagte, es gebe mit Sicherheit fünf Todesopfer und möglicherweise ein sechstes. Behörden hatten zuvor den Tod von sechs Menschen bestätigt.

Die neue Abfertigungshalle nahm am 25. Juni vergangenen Jahres ihren Betrieb auf. Das Terminal 2E galt als Aushängeschild des schnell wachsenden Flughafens. "Es war unser Vorzeigeprojekt", sagte Graff. Ursprünglich sollte die Halle mit ihrer Dachgewölbekonstruktion schon am 1. April 2003 eröffnet werden. Französische Medien berichteten damals, dass bei einer Sicherheitsabnahme eine riesige Lampenaufhängung heruntergefallen sei und sich deshalb die Eröffnung des 750 Millionen Euro teuren Baus verzögert habe.

Probleme mit der Bausubstanz

Der Generaldirektor der Pariser Flughäfen, Hubert de Mesnil, sagte am Sonntag, dass es in der Vergangenheit nie Probleme mit der Bausubstanz an sich gegeben habe. Nach Angaben des Flughafens wird der betroffene Abschnitt auf unbestimmte Zeit geschlossen. Dies wird wahrscheinlich den Betrieb behindern, weil 17 Flugsteige wegfallen.

Der Pariser Flughafen Charles de Gaulle ist nach London-Heathrow und Frankfurt der größte Europas. Nach Angaben des Flughafenverbandes ACI benutzten ihn im vergangenen Jahr gut 48 Millionen Passagiere. Der zweite Pariser Großflughafen, Orly, befindet sich im Süden der Stadt.

Jocelyn Gecker, AP AP DPA

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