Unwetter Rückkehr von Tropensturm "Fay" erwartet


Florida ist glimpflich davongekommen: Der Tropensturm "Fay" traf zwar mit Windgeschwindigkeiten von knapp 100 Stundenkilometern auf die Küste bei Naples, größere Schäden blieben jedoch aus. Meteorologen rechnen aber damit, dass "Fay" noch einmal nach Florida zurückkommen könnte.

Mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 100 Kilometern pro Stunde ist der Tropensturm "Fay" über den US-Staat Florida hinweggezogen. Er erreichte auch nicht wie zuvor befürchtet Hurrikan-Stärke. Experten geben dennoch keine Entwarnung. "Fay" hat sich zwar zunächst aufs Meer zurückgezogen, könnte dort nach Einschätzung von Meteorologen aber wieder Kräfte sammeln, um dann mit Hurrikan-Stärke an der Küste von Florida oder Georgia erneut auf Land zu treffen. "Dieser Sturm wird uns noch eine Weile erhalten bleiben", sagte der Gouverneur von Florida, Charlie Crist, auf einer Pressekonferenz. Er sprach von einem "Bumerang-Sturm".

Im Bezirk Breward an der Atlantikküste beschädigte ein Tornado, den "Fay" ausgelöst hatte, 51 Häuser, neun davon schwer. In Erinnerung an den verheerenden Hurrikan "Charley", der die Region 2004 getroffen hatte, blieben Schulen und viele Geschäfte geschlossen. Meteorologen sagten bis zu 25 Zentimeter Regen in Folge des Sturms und mögliche Tornados voraus.

Ausgangssperre in Naples

In der Stadt Naples galt am Morgen eine Ausgehsperre. Der Wind peitschte heftigen Regen durch die leeren Straßen, größere Schäden wurden zunächst nicht verzeichnet. Vereinzelt wurden Straßen überschwemmt, und Palmwedel sowie kleinerer Unrat wurden auf die Straßen geweht. "Fay" hatte bei Naples das Festland von Florida erreicht und zog anschließend in Richtung Nordost weiter.

Am Abend (MESZ) befand sich das Zentrum des Sturms, der sich leicht verstärkte, in der Nähe der Ortschaft Okeechobee. In der Tampa Bay hoben die Behörden in drei Bezirken Aufforderungen zur Räumung von Wohncontainer-Siedlungen auf. Im Süden des Staates fiel in etwa 58.000 Haushalten und Unternehmen der Strom aus, wie die Elektrizitätswerke mitteilten.

Tote auf Haiti

Am Montag hatte "Fay" die Inselkette der Florida Keys im Süden des Staats passiert, nach Behördenschätzungen hatten 25.000 Menschen das Gebiet zuvor verlassen. Über Schäden dort lagen zunächst keine Berichte vor.

In der Karibik kostete "Fay" mindestens 14 Menschen das Leben, wie die Behörden in Haiti am Montagabend mitteilten. Unter den Opfern befanden sich nach UN-Angaben auch zwei Säuglinge, die in Haiti beim Sturz eines überfüllten Busses in einen hochwasserführenden Fluss ums Leben kamen.

Nach starken Regenfällen sind im Süden des US-Staats Texas etwa 750 Häuser überflutet worden. Rettungskräfte brachten Bewohner mit Booten in Sicherheit, Notunterkünfte wurden eingerichtet. In Teilen von Starr County waren zuvor 33 Zentimeter Regen gefallen. In einigen Vierteln der Kleinstadt Roma stand das Wasser mehr als einen Meter hoch. Weil ein Highway gesperrt wurde, war Roma vorübergehend praktisch von der Außenwelt abgeschnitten. Nicht einmal Rettungsfahrzeuge durften die Straße passieren. In Roma leben etwa 10.000 Menschen. Am Dienstag ging das Hochwasser zurück, und der Highway wurde wieder für den Verkehr geöffnet.

Auch im Nachbarstaat Oklahoma führten heftige Regenfälle zu Überschwemmungen. Die Feuerwehr rettete Bewohner mit Booten aus ihren unter Wasser stehenden Häusern und Autos. Verletzt wurde niemand. Die Meteorologen kündigten für die Nacht in mehreren Bezirken weiteren starken Regen an und warnten vor Überschwemmungen.

AP/DPA AP DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker