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Scheidungsklage in London: Ex-Frau wollte Milliarden von Oligarch – Gericht lehnt Klage mit bemerkenswerter Begründung ab

Weil ihr in Russland "lediglich" knapp 100 Millionen Euro zugesprochen worden waren, versuchte es die Ex-Frau des Oligarchen Wladimir Potanin mit einer neuen Scheidungsklage in London. Der Hoffnung auf einen Milliardenbetrag erteilte der Richter jedoch eine Absage.

London: Gericht lehnt Scheidungsklage von Oligarchen-Ex ab

Wird sich über das Londoner Gerichtsurteil gefreut haben: der russische Oligarch Wladimir Potanin

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Natalija Potanina, Ex-Frau des russischen Oligarchen Wladimir Potanin, ist vor einem Londoner Gericht mit einer Scheidungsklage in Milliardenhöhe gescheitert. Als Grund nannte der Richter in seinem am Freitag veröffentlichten Urteil, dass ansonsten dem "Scheidungstourismus" in England Tür und Tor geöffnet worden wären. 

Der 58-jährigen Potanina waren in Russland umgerechnet knapp 100 Millionen Euro zugesprochen worden. In London klagte sie nun auf rund 4,6 Milliarden britische Pfund (5,34 Milliarden Euro) von ihrem früheren Ehemann. Der ebenfalls 58-jährige Metallmagnat hatte sich 2007 von ihr getrennt. Das wäre Londoner Medienberichten zufolge die höchste Summe, die je in einem Scheidungsverfahren in Großbritannien gezahlt wurde. Das Paar war seit 1983 verheiratet und hat drei erwachsene Kinder. Die Scheidung erfolgte 2014.

Londoner Richter befürchtete "Scheidungstourismus"

Der Richter erkannte zwar an, dass Potanina in Russland eine – nach englischen Maßstäben – "dürftige Entschädigung" erhalten habe. Ihr Fall handele sich allerdings um ein "klassisches Beispiel" dafür, dass jemand ohne Beziehung zu Großbritannien versuche, dank des "großzügigeren Ansatzes" des englischen Rechtssystems höhere Ansprüche als im Heimatland geltend zu machen. Nach ihrer Ankunft in London habe sie als erstes einen Scheidungsanwalt aufgesucht. Falls der Klage stattgegeben worden wäre, "hätte es keine Beschränkung für Scheidungstourismus" gegeben, urteilte der Richter. Potanina kündigte an, gegen das Urteil Berufung einzulegen.

mod / DPA
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