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Zugunglück von Mannheim: Staatsanwaltschaft verdächtigt Lokführer

Zwei Waggons mit 110 Insassen kippten um, als ein Güterzug sie rammte. Die Ursachenforschung des Zugunglücks in Mannheim läuft auf Hochtouren. Der Hauptverdacht richtet sich gegen den Lokführer.

Das Mannheimer Zugunglück könnte nach Informationen des Hessischen Rundfunks (HR) auf einen menschlichen Fehler zurückzuführen sein. Der Sender HR-Info berichtete unter Berufung auf Bahn- und Ermittlerkreise, dem Unglück sei eine Zwangsbremsung des beteiligten Güterzugs vorausgegangen. Nach derzeitigem Kenntnisstand der Staatsanwaltschaft ist davon auszugehen, dass der Lokführer ein Haltesignal missachtet hat, und den Güterzug ohne Freigabe des Stellwerks in Bewegung setzte. Der Mann muss erst noch vernommen werden.

Vermutungen noch nicht bestätigt

Ein Sprecher des Eisenbahnbundesamtes sagte, man könne diese Informationen weder bestätigen noch dementieren: "Wir haben noch keine gesicherten Erkenntnisse über die Unfallursache." Sprecher von Bahn und Bundespolizei erklärten, sie wüssten nichts von diesen Informationen.

Wie der HR weiter berichtete, hätten sämtliche Einrichtungen der Deutschen Bahn funktioniert. Mit geringem Tempo sei der Güterzug eines privaten Anbieters dann seitlich in den Eurocity-Zug gefahren, der auf dem Nebengleis ordnungsgemäß unterwegs gewesen sei.

Bei dem Zugunglück am vergangenen Freitag waren 35 Menschen verletzt worden, vier von ihnen schwer. Der Güterzug hatte den Eurocity von Graz nach Saarbrücken mit 250 Passagieren gerammt - zwei Waggons mit 110 Menschen waren umgekippt.

yps/DPA / DPA