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+++ Hitzewelle +++: Bahn sorgt mit Ersatzzügen für Ausfälle von Klimaanlagen vor

2010 fielen bei einer Hitzewelle zahlreiche Klimaanlagen von Zügen aus. Inzwischen hat die Bahn die meisten dieser Anlagen modernisiert. Trotzdem will das Unternehmen für alle Fälle gewappnet sein.

Die Klimaanlage auf dem Dach eines Regionalzuges der Bahn

Bei einer Hitzewelle 2010 stellten ausgefallene Klimaanlagen die Bahn vor Probleme. Für diesen Fall will das Unternehmen nun gewappnet sein

Hoch Annelie hat Deutschland weiter fest im Griff. Im Laufe des Tages können nur einige Teile vor allem im Westen kurz durchatmen. Am Wochenende könnte der Hitzerekord fallen.                                                                        Die Sahara-Hitze im Ticker:

+++ Kühle Nacht +++

Liebe Leserinnen und Leser,

noch ein paar Tage müssen Sie die Hitze aushalten oder anders gesagt: Genießen Sie das sonnige Wochenende - mit hoffentlich wenig Gewittern. Was das Wetter in Deutschland so bringt, lesen Sie auch Morgen wieder hier.

Ihnen erst einmal eine geruhsame Nacht!

Ihre stern-Redaktion

+++ Wärmster Ort: Bad Mergentheim +++

Am wärmsten war es mit 37,7 Grad in Bad Mergentheim in Baden-Württemberg, wie ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach am Abend sagt.

+++ Gewittergefahr wächst +++

Das Wochenende bringt auch wachsende Schwüle und viele Gewitter. Zwischen Eifel und Nordseeküste könnten sich zum Samstagabend teils kräftige Gewitter entwickeln. Am Sonntag wächst die Gewittergefahr.

+++ Hitze bleibt bis Donnerstag +++

Bis mindestens Dienstag soll sich die Hitze halten. Spürbar kühler wird es laut DWD wohl erst am Donnerstag.

+++ Scheune brennt nach Blitzeinschlag nieder +++

Bereits am Freitag verursachten Blitze, Donner und Starkregen erhebliche Schäden, so auch in Niedersachsen: In Wangelnstedt brannte eine Scheune nieder; Tiere starben. Ein angrenzendes Wohnhaus wurde beschädigt. Drei Bewohner erlitten Rauchgasvergiftungen. Ein Blitz schlug auch in das nordhessische Stellwerk Zierenberg ein; der Schienenverkehr in der Nähe von Kassel war gestört. Für Reisende in der Region wurde ein Ersatzpendelverkehr mit Bussen eingerichtet.

+++ Hunde dürfen bei der Hitze mit zu Media Markt +++

"Liebe Kunden, gerade bei den derzeitigen Temperaturen ist es für Hunde im heißen Auto, auch bei teilweise geöffnetem Fenster, unerträglich, sogar lebensgefährlich. Daher sind Hunde bei heißen Temperaturen bei uns willkommen": Mit einem Hinweisschild, das Hundehalter davon abbringen soll, ihr Haustier bei den heißen Temperaturen im Auto zurückzulassen, begeistert der Elektromarkt gerade das Internet.

Mega geile Aktion!!!

Posted by Anne Wünsche on Donnerstag, 2. Juli 2015

+++ Bahn stellt Ersatzzüge für Ausfall von Klimaanlagen bereit +++

Auf den Ausfall von Klimaanlagen wegen der großen Hitze hat die Deutsche Bahn reagiert: Sie stellt für die besonders betroffene Linie Berlin-Amsterdam zwei Ersatzzüge bereit. Sie sollen eingesetzt werden, wenn die Luftkühlung in anderen IC auf der Strecke versagt, wie ein Sprecher mitteilt. Außerdem sind in Osnabrück mehrere Busse stationiert worden. Bis zum Nachmittag fielen nach Bahnangaben bundesweit in fünf Fernzügen die Klimaanlagen aus. Das Unternehmen hat darauf hingewiesen, dass täglich rund 1300 ICE, Intercitys und Eurocitys unterwegs sind.

+++ Nach Sprung in den Main: 39-Jähriger tot aufgefunden +++

Ein vermisster 39-jähriger Mann, der am Dienstag in Frankfurt zur Abkühlung in den Main gesprungen war, ist tot. Ein Angler habe die im Wasser treibende Leiche am Donnerstagabend entdeckt, teilt die Polizei mit. Taucher zogen den Körper im Stadtteil Fechenheim ans Ufer. Der Mann hatte am Dienstagnachmittag gemeinsam mit zwei Begleitern auf einem Bootssteg reichlich Alkohol getrunken. Er und ein weiterer Mann sprangen in den Fluss. Der 39-Jährige trieb ab, seinen Begleiter konnten Passanten mit Hilfe eines Astes aus dem Wasser ziehen. Polizei und Feuerwehr suchten zunächst erfolglos nach dem Verunglückten.

+++ 77-Jähriger beim Baden ertrunken +++

Ein 77-jähriger Mann ist beim Baden im Nymphensee bei Brieselang in Brandenburg ertrunken. Der Mann sei am Mittag mit seiner Lebensgefährtin schwimmen gegangen und aus ungeklärter Ursache plötzlich untergegangen, berichtet die Polizei. Eine 30-jährige Frau hatte dies beobachtet und sprang sofort hinterher. Sie konnte den Mann aus drei Metern Tiefe wieder an die Oberfläche ziehen. Trotz Reanimationsmaßnahmen konnte der alarmierte Notarzt jedoch nur noch den Tod des 77-Jährigen feststellen. Die mutige Helferin litt nach dem langen Tauchgang unter Atemproblemen. Sie ist zur Behandlung in eine Spezialklinik nach Berlin gebracht worden.

+++ Tauben bitte nur Kurzstrecken fliegen +++

Die hohen Temperaturen machen auch den Tauben zu schaffen. Deshalb rät der Verband Deutscher Brieftaubenzüchter seinen Mitgliedern, an diesem Wochenende auf Tauben-Langstreckenflüge zu verzichten. "Die meisten Regionalverbände haben die Flüge bereits abgesagt oder schicken die Tauben höchstens auf kurze Entfernungen", sagt ein Verbandssprecher in Essen. Eigentlich seien für dieses Wochenende Preisflüge über Strecken bis zu 500 Kilometer geplant gewesen. Diese sollten dann nach Möglichkeit in den nächsten Wochen nachgeholt werden. Auch der Deutsche Tierschutzbund warnt: Distanzflüge bei über 30 Grad könnten für viele Tauben tödlich enden.

+++ Bürger sollen Straßenbäume gießen +++

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) ruft die Bürger dazu auf, Straßenbäume zu wässern. "Wenn es möglich ist, gießen Sie bitte jeden Tag zwei bis drei Eimer Wasser an den Stammfuß der Straßenbäume", bittet BfN-Präsidentin Beate Jessel in Bonn. Die Versiegelung verhindere eine ausreichende Wasserversorgung vieler Straßenbäume. "Ihre Lebensbedingungen sind teilweise wüstenähnlich." Besonders betroffen seien junge Bäume ohne ausgeprägtes Wurzelwerk. Auch die Vögel leiden laut BfN unter der Trockenheit. Deshalb sollten Gartenbesitzer Vogeltränken aufstellen. Dafür reiche eine größere Schale mit flachem Rand, die am besten leicht eingegraben werden solle.

+++ Stau auf der A7 wegen Hitzeschäden +++

Asphaltschäden auf der Autobahn 7 führen in Hamburg zu Verkehrsbehinderungen. Die Hitze habe im Belag auf der Langenfelder Brücke Risse verursacht, sagt eine Sprecherin der Verkehrsbehörde. Zur Reparatur sei eine Spur, die derzeit wegen Bauarbeiten über den Standstreifen verlaufe, gesperrt worden. "Da die Autofahrer leider so unvernünftig waren und um die Hütchen herumfuhren und dadurch die Bauarbeiter gefährdeten, sahen wir uns gezwungen, eine weitere Spur zu sperren", so die Sprecherin. Die Autos stauten sich am Morgen 19 Kilometer bis zur Anschlussstelle Hamburg-Marmstorf zurück. Nach Freigabe der zweiten Spur entspannte sich die Lage am Vormittag.

+++ Mopedfahrer verbrennt sich die Füße +++

Nackte Füße und heißer Asphalt vertragen sich nicht: Das hat ein Mopedfahrer in Erlabrunn in Unterfranken zu spüren bekommen. Der 31-Jährige war nach Polizeiangaben auf seinem Zweirad mit Flip-Flops unterwegs, als er bergab mit der Bremsleistung seiner Maschine unzufrieden war. Er half nach, indem er sich mit den Füßen gegen den Asphalt stemmte. Dabei verlor er seine Sommerschuhe. Die Verbrennungen zog er sich dann nicht beim Bremsen zu, sondern beim Einsammeln seiner Flip-Flops auf dem durch die starke Sonneneinstrahlung aufgeheizten Asphalt. Der Rettungsdienst brachte ihn in ein Krankenhaus.

+++ Pitbull-Ballett fällt ins Wasser +++

Wegen der angekündigten Hitze plant Europas größtes Tierheim sein Programm zum Tag der offenen Tür um. "Wir müssen schließlich an das Wohl der Tiere denken", sagt eine Sprecherin des Berliner Tierheims. Daher werde es am Sonntag eine abgespeckte Version der geplanten Vorführungen geben. Darunter ist auch ein Pitbull-Ballett, bei dem vermeintliche Kampfhunde synchron Kunststücke vorführen - und so für mehr Toleranz für die betroffenen Rassen werben sollen. Die Hunde werden sich nun voraussichtlich einzeln in Schwimmbecken tummeln.

Auch eine Vorführung der Hundesportart Agility sei noch mit einem Fragezeichen versehen, heißt es. Wenn das Tierheim am Sonntag seine Tore öffnet, werden in der Hauptstadt Temperaturen von bis zu 37 Grad erwartet.

+++ Wetterdienst warnt vor Starkregen und Hagel +++

Die Hitze soll sich ab Mittag vor allem in Hessen und Niedersachsen mit Starkregen und Hagel entladen, teilt der Deutsche Wetterdienst in Offenbach mit. Die Meteorologen warnen in beiden Bundesländern vor überfluteten Straßen und Kellern, Schäden an Autos und Gebäuden und vor Blitzeinschlag.

+++ Dobrindt lässt Autobahnen überwachen +++

Ein Aktionsplan gegen Hitzeschäden soll die Sicherheit auf den deutschen Autobahnen gewährleisten. Spezielle Messfahrzeuge würden untersuchen, wo die Gefahr für Blow-ups - aufgeplatzte Straßenabschnitte - am höchsten sei, erklärte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) in der "Passauer Neuen Presse". "Alle Schäden werden umgehend repariert", sagte Dobrindt. An besonders gefährdeten Abschnitten wie der A3 bei Regensburg oder Teile der A92 und A93 seien bereits Tempolimits verhängt worden.

+++ Heftige Gewitter im Ruhrgebiet +++

Einzelne aber heftige Gewitter in der Nacht haben dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge kühle Luft einfließen lassen. "Im Süden wird man davon kaum etwas merken - und auch im Osten zieht es an", sagt ein Meteorologe am frühen Freitagmorgen.

Die feucht-heiße Luft entlud sich in der Nacht im Ruhrgebiet bereits in einzelnen aber heftigen Gewittern. In Harsewinkel brannte ein Dachgeschoss nach einem Blitzeinschlag. Die zehn Bewohner konnten das Haus aber rechtzeitig verlassen. Die Unwetterfront erreichte auch Teile von Rheinland-Pfalz und Niedersachsen - im Emsland wurden vereinzelt Blitzeinschläge gemeldet, wie die Polizei berichtete. Menschen kamen aber nicht zu Schaden. Auch heute Abend sind laut DWD wieder Gewitter möglich. Für Samstag erwarten die Meteorologen einen neuen Schwall warmer Luft in NRW. Bundesweit könnte der Hitzerekord von 40,2 Grad fallen. "Aber es wird knapp", so der DWD-Experte.

Das war der Donnerstag:

+++ Heißeste Orte: Duisburg und Geilenkirchen +++

In Duisburg und Geilenkirchen seien 38,7 Grad gemessen worden, in Kleve 38,6 Grad, sagt ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Heißer war es nirgends in Deutschland.

Einige Orte in Baden-Württemberg kamen jedoch schon nahe an diese Werte heran. In Müllheim im Hochschwarzwald wurde 37,1 Grad gemessen, in Rheinau und Ohlsbach im Ortenaukreis ging das Thermometer auf 37 und 36,7 Grad.

+++ Zwei Männer ertrinken in NRW, Junge gerettet +++

In Nordrhein-Westfalen kamen bei Badeunfällen zwei Menschen ums Leben. In Nettetal (Kreis Viersen) starb ein junger Mann in einem Schwimmbad. Bekannte, mit denen der 18-Jährige das Bad besuchte, entdeckten ihn leblos auf dem Grund des Springerbeckens, teilt die Polizei mit. In Emmerich (Kreis Kleve) ertrank ein 29-Jähriger in einem Baggersee. Etwa zehn Meter vom Ufer entfernt rief er plötzlich um Hilfe und ging unter. Taucher bargen ihn später, er war tot.

In einem Bonner Freibad rettete ein Bademeister einem Jungen das Leben. Der Mitarbeiter hatte den Sechsjährigen leblos im Nichtschwimmerbereich treiben sehen und sofort aus dem Wasser geholt, teilt die Stadt Bonn mit. Am Beckenrand reanimierte er den Jungen. Ein Notarzt versorgte den Sechsjährigen, der in eine Klinik kam.

+++ Drehbrücke in Köln versagt +++

Im Deutzer Hafen in Köln versagte die stählerne Drehbrücke ihren Dienst. Mit Löschwasser aus dem Rhein gelang es der Feuerwehr am Nachmittag, die überhitzten Lager soweit abzukühlen, dass die Brücke vorerst quergestellt werden konnte. Damit war zumindest der Wasserweg wieder frei, teilte die Stadt Köln mit.

+++ Hitze sprengt Fahrbahndecke der A1 +++

Bei Hitzeschäden an der Fahrbahn macht laut einem Bericht des "Trierischen Volksfreunds" diesen Sommer die Autobahn A1 den Anfang. Der Zeitung zufolge ist bei Wittlich eine Fahrspur der Autobahn gesperrt. Ansonsten herrsche zwischen Wittlich und Schweich Tempo 100. Die Autobahnmeisterei will laut "Volksfreund" bis 22 Uhr die Reparatur an der Fahrbahndecke abgeschlossen haben.

+++ Erste Klimaanlagen von Zügen nehmen hitzefrei +++

Am bislang heißesten Tag des Jahres haben die Klimaanlagen mehrerer Züge schlapp gemacht. Wegen ausgefallener Kühlung seien am Nachmittag fünf Regional- und Fernzüge gestoppt worden, teilt ein Bahnsprecher in Düsseldorf mit. Drei Intercitys auf dem Weg nach Hamburg wurden in Köln und Dortmund aus dem Verkehr gezogen. Die gestrandeten Fahrgäste konnten einen Ersatzzug nehmen. Im Berufsverkehr war in zwei Zügen der von vielen Pendlern benutzten Regionalbahn RE 1 Schluss: Fahrgäste mussten in Duisburg und Düsseldorf aussteigen. Im Nahverkehr wurden wegen brütender Hitze einzelne Wagen gesperrt. Hitzebedingte Störungen gab es an Weichen.

+++ Sonne jagt Gasflasche in die Luft +++

Eine in der Sonne gelagerte Gasflasche hat in Düsseldorf mit einer Explosion und einem Feuerball zwei Häuser in Flammen gesetzt. Zwei Bewohner erlitten einen Schock, der Schaden wurde nach Angaben der Feuerwehr auf 120.000 Euro geschätzt. In der Elf-Kilogramm-Gasflasche eines Grills habe sich in der prallen Sonne vermutlich ein Überdruck gebildet.

Ein heftiger Knall und ein beachtlicher Feuerball hätten den Anwohnern dann einen gehörigen Schrecken eingejagt. Die Feuerwehr rückte mit zwei Löschzügen an und konnte den Brand nach 40 Minuten löschen. Gasflaschen gehörten zwar ins Freie, dort aber unbedingt in den Schatten.

+++ Annelie könnte Hitzerekord knacken +++

Hoch Annelie nimmt Anlauf für den deutschen Hitzerekord: Am Samstag könnte die Höchstmarke von 40,2 Grad fallen. Das teilt der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Stuttgart mit. Die Innenstädte am Oberrhein von Freiburg und Karlsruhe seien dafür die üblichen Kandidaten. Ob die Werte dann eventuell doch bei nur 39,6 Grad stehen bleiben, lasse sich noch nicht sagen, erklärt eine DWD-Sprecherin. Der bisherige Rekord war in den Jahren 2003 und 1983 erreicht worden.

+++ Kind in Auto eingeschlossen +++

Bei hochsommerlichen Temperaturen haben Polizisten in Meschede im Sauerland ein Kleinkind aus einem aufgeheizten Auto gerettet. Wie die Polizei mitteilt, hat die Mutter das dreijährige Kind am Mittwochnachmittag in seinem Sitz angeschnallt, den Schlüssel auf den Beifahrersitz gelegt und die Tür zugeschlagen. Als die 34-Jährige dann an der Fahrerseite einsteigen wollte, verriegelte sich der Wagen plötzlich von selbst und ließ sich nicht mehr öffnen. Schon kurz darauf musste das Kind sich übergeben und wurde bewusstlos. Die Frau alarmierte Polizei und Rettungsdienst. Die Beamten schlugen die Scheibe ein und befreiten das Kind aus dem Auto. Es erlitt einen Sonnenstich.

In Hennef im Rhein-Sieg-Kreis ließ eine Mutter ihre zwei schlafenden Kinder bei 32 Grad Außentemperatur im Auto zurück. Ein Zeuge rief die Polizei. Kurz nachdem die Beamten eingetroffen waren, kam auch die Mutter zurück, so dass das Auto nicht aufgebrochen werden musste. Die zwei und fünf Jahre alten Kinder hatten nach Polizeiangaben 20 Minuten allein im Wagen gesessen. Sie waren wohlauf, hätten aber nicht länger dort drin bleiben dürfen, ohne ernsthafte Gesundheitsschäden zu erleiden.

Die Polizei warnt ausdrücklich davor, Kinder bei diesem Wetter im Auto zurückzulassen. Die Temperatur im Auto könne schnell auf bis zu 60 Grad steigen.

+++ Baden an der Ostsee stellenweise gefährlich +++

Die DLRG rät Badegästen an einigen Stränden der Lübecker Bucht zur Vorsicht. Wegen hoher Wellen und starker Strömung wurden an Stränden von Burg auf Fehmarn und Großenbrode am Donnerstag die gelbe Flagge gehisst. "Dort kann der herrschende Südostwind für Unterströmungen sorgen, die das Baden besonders für Kinder und ungeübte Schwimmer gefährlich machen", sagt der Landesgeschäftsführer der DLRG Schleswig-Holstein, Thies Wolfhagen. Er rechne für die nächsten Tage aber nicht mit einer ähnlichen Situation wie im Juli 2014. Damals waren bei anhaltendem Nordostwind 15 Menschen in der Ostsee ertrunken. Auch auf der Insel Rügen gibt die DLRG für die Strände in Karlshagen, Sellin und Gager entsprechende Warnungen aus.

+++ Krankenhäuser behandeln zahlreiche Hitzepatienten +++

Die Hitze treibt mehr Patienten in die Notaufnahmen der Krankenhäuser. Im Düsseldorfer Uniklinikum etwa seien in den vergangenen Tagen nach groben Schätzungen etwa zehn Prozent mehr Patienten in die internistische Notaufnahme gekommen, sagt eine Klinik-Sprecherin. In der Regel handele es sich um ältere Menschen, die unter Dehydrierung litten, also Wassermangel im Körper.

+++ Hitze weicht Robenpflicht an Gericht auf +++

Robenpflicht bei 35 Grad? Die Sommerhitze bringt auch Richter und Anwälte in Bayern ins Schwitzen. Manche ältere Gerichtssäle heizten sich auf bis zu 40 Grad auf, sagt der Präsident des Bayerischen Anwaltverbands, Michael Dudek. Gerade in Gerichtssälen ohne Klimaanlage werde daher "auch mal ein Auge zugedrückt". Wenn der Vorsitzende Richter die Robenpflicht aufhebe, dürften Justizpersonal und Anwälte darauf verzichten, erklärte Dudek. Die Kleidung sollte zwar auch dann dem Verfahren angemessen sein, etwa mit Anzug und Hemd - auf Robe und Krawatte könne aber verzichtet werden.

+++ Anzugträger leiden besonders +++

Anzug und Krawatte - für viele in diesen heißen Tagen ein Alptraum. Banker, Manager und auch Politiker müssen sich diesem Dresscode oft auch bei 40 Grad fügen. Wer das durchhält, ist nach Auffassung von CSU-Chef Horst Seehofer gut in Form. "Für mich ist es eher ein Attest, dass man gesund ist, wenn man bei den Temperaturen unser Programm den ganzen Tag durchsteht, noch dazu in Anzug mit Krawatte. Da sage ich mir immer abends, wenn ich ins Bett falle: Das war jetzt wieder ein Beweis, du musst gesund sein, sonst hält man das nicht aus", sagt Seehofer.

+++ Mineralwasserquellen auf Hochtouren +++

Wegen der Hitze läuft die Getränkeabfüllung bei Thüringer Waldquell auf Hochtouren. Derzeit werde fast doppelt so viel Mineralwasser, Cola und Limonade abgefüllt wie sonst, sagt Geschäftsführer Thomas Heß. Der Ausstoß liege momentan bei 550.000 bis 600. 000 Litern am Tag. Die Mitarbeiter seien rund um die Uhr, sechs Tage die Woche im Einsatz, um Nachschub zu liefern. Auch an diesem Sonntag soll in Schmalkalden (Thüringen) gearbeitet werden. Wichtig sei, dass die Verbraucher ihr Leergut schnell zurückbringen.

+++ Kot am Bein hilft Störchen gegen Hitze +++

Sand auf den Rücken, kühlenden Kot ans Bein oder einfach ab und zu ein Bad - Tiere haben ihre Methoden gegen Hitze. Der Klassiker ist das Hecheln bei Hunden, Füchsen oder Vögeln, wie der Naturschutzbund Nabu mitteilt. Elefanten im Stuttgarter Zoo Wilhelma haben mit ihren großen Ohren eine eingebaute Klimaanlage. Über Bewegung geben sie überschüssige Wärme ab. Außerdem werfen sie sich kühlenden Sand auf den Rücken und werden von den Pflegern auch mal geduscht, so der Zoo in Stuttgart. Ein besonderes Kühlsystem hat der Storch: Er beschmiert seine Beine mit flüssigem Kot, um sie vor der Sonne zu schützen. Das darin enthaltene Wasser verdunste und kühle die Beine.

+++ Neuer Hitzerekord auf dem Brocken möglich +++

Die Hitzewelle könnte auf dem Brocken zu Rekordtemperaturen führen. "Am Samstag kratzen wir vielleicht an der 29-Grad-Marke", sagt eine Sprecherin des Deutschen Wetterdienstes. Im Harz sollen die Temperaturen am Wochenende auf bis zu 35 Grad klettern. Dann sei auch mit Hitzegewittern zu rechnen: mit starken Windböen, Wolkenbrüchen und Hagel. Auf dem Brocken war es am 20. August 2012 mit 29 Grad bisher am wärmsten. In manch anderen Jahren müssen Wanderer auf dem 1141 Meter hohen Brocken auch im Sommer besser eine Winterjacke anziehen. Der kälteste Juli-Tag auf dem Brocken war der 4. Juli 1962 mit frischen 3,1 Grad.

mad/tkr/DPA/Reuters/AFP
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