Winterchaos Die Gefahr nach dem Schnee

Momentan konzentriert sich alles auf das jetzige Schneechaos in Bayern. Einige Behörden denken aber auch schon an das Danach. Sie haben die Gefahr eines Hochwassers immer vor Augen.

Ungeachtet der massiven Schneefälle in Ostbayern sehen die Behörden derzeit keine aktuelle Hochwassergefahr. Nach den vorliegenden Wetterprognosen sei derzeit kein Hochwasser zu erwarten, sagte Thomas Henschel vom Augsburger Landesamt für Umwelt in München. Kritische Situationen träten nur bei einer länger anhaltenden Erwärmungszeit mit rasanten Temperatursprüngen nach oben und gleichzeitigen Regenfällen auf. Die Experten der Behörde hätten die Lage aber weiter aufmerksam im Blick.

Wichtig ist der Wassergehalt im Schnee

Die Augsburger Behörde stützt sich den Angaben zufolge bei ihren Prognosen stark auf das Schneemodell Snow3 des Deutschen Wetterdienstes. Wichtiger Aspekt sei dabei der Wassergehalt im Schnee. So lägen in Kirchberg im niederbayerischen Landkreis Regen derzeit zwar 1,10 Meter Schnee, sagte Henschel. Dies entspreche - unter Berücksichtigung der örtlichen Schneedichte - aber nur einem Wasseranteil im Schnee von rund zehn Prozent. Kritisch werde es ab einem Wassergehalt von 40 bis 45 Prozent, dann beginne Wasser aus den Schneemassen abzufließen.

Das neue Schneemodell Snow3 hat nach Angaben von Henschel seine Bewährungsprobe bereits bestanden: Die Wasserfachleute hätten damit im März 2005 die Hochwasser in Nordbayern richtig vorhersagen können, als das starke Tauwetter vor allem in Franken die Pegel ansteigen ließ.

DPA DPA

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