Wintereinbruch Der kalte Paul pudert Deutschland


Schneeregen statt warmer Sonne: Tief "Paul" bringt zum Frühlingsbeginn den Winter nach Deutschland: Schnee bis ins Flachland und einstellige Temperaturen. Der plötzliche Wintereinbruch hat im Süden Deutschlands und vor allem in Österreich für Chaos gesorgt - 40.000 Haushalte waren ohne Strom.

In den Mittelgebirgen schneit es durchweg ab etwa 300 Meter. Im Nordosten fällt dagegen meist durchweg Regen bei vier Grad. Mehr Glück haben die Menschen im Westen und Südwesten. Dort bleibt es bei einzelnen Regen-, Schnee- und Graupelschauern. Die Thermometer können dort bei Sonne bis auf acht Grad steigen. Am Donnerstag bleibt das Tief genau über Deutschland hängen und sorgt für weitere Niederschläge und ähnliche Temperaturen. Oberhalb von 400 bis 500 Metern fällt meist Schnee, darunter Regen oder Schneeregen. In den Mittelgebirgen könnte es bis Donnerstagabend örtlich 15 bis 40 Zentimeter Schnee geben, wobei das Rothaargebirge wahrscheinlich den meisten abbekommt. Etwas Hoffnung gibt es für das Wochenende: Bis dahin lassen die Niederschläge langsam nach, und die Wolken lockern auf. Außerdem soll es wieder wärmer werden.

40.000 Österreicher ohne Strom

Am Dienstag führte der Wintereinbruch vor allem im Süden Deutschlands zu vielen kleineren Unfällen, wobei es meist bei Blechschäden blieb. Im Ober- und Ostallgäu gab es nach Polizeiangaben auf Nebenstrecken in höheren Lagen zum Teil erhebliche Behinderungen. Bei Pfronten wurde ein 28-Jähriger schwer verletzt, als er auf glatter Straße mit seinem Wagen in ein entgegenkommendes Auto schleuderte. Bei Nesselwang rutschte ein mit Äpfeln beladener Sattelzug, der nur mit Sommerreifen ausgestattet war, in den Graben.

Ein plötzlicher Wintereinbruch hat im Süden Österreichs zu schweren Behinderungen und Stromausfällen geführt. In Kärnten seien weiter rund 40.000 Haushalte ohne Strom, sagte ein Sprecher des Kärntner Stromversorgers Kelag. Es sei damit zu rechnen, dass in vielen Gebieten die gekappten Leitungen auch bis zum Abend nicht wieder erneuert werden könnten.

Nach bis zu einem halben Meter Neuschnee waren Bäume umgeknickt und hatten Stromleitungen beschädigt oder durchtrennt. Auf den verschneiten Straßen saßen Tausende Autofahrer fest. In Kärnten waren etliche Straßenverbindungen unterbrochen. Auch im Zugverkehr kam es zu Verspätungen. Von Stromausfällen waren auch Teile der Bundesländer Steiermark und Burgenland betroffen. In Niederösterreich blieben auf der Südautobahn (A2) Lastwagen hängen.

Kälteeinbruch ist nichts Ungewöhnliches

Trotz des milden Winters ist der derzeitige Kälteeinbruch nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes "nichts Ungewöhnliches". "Wir haben im März eine große Spannbreite. Die Temperaturgegensätze werden zwischen Pol und Mittelmeerregion immer größer", sagte DWD-Meteorologe Olaf Pels Leusden am Dienstag in Offenbach. Die verschiedenen Luftmassen versuchten sich auszugleichen.

"Wir haben deshalb im März eine Bandbreite zwischen null und zwanzig Grad - also zwischen Winter- und Sommerwetter." Auch im April könne es noch zu den extremen Strömungen von Nord nach Süd kommen, sagte Leusden. Der milde Winter habe aber den derzeitigen Kälteeinbruch abgemildert. So sei die Polarluft erwärmt worden, da die Nordsee ein bis zwei Grad wärmer sei als normal. Eine Langzeit-Prognose für das Wetter wollte Leusden nicht abgeben. Wegen des "Klimaeffekts" in den vergangenen Jahren sei zwar zu vermuten, dass es auch in den kommenden Monaten wärmer werde als im Schnitt. Es könne bei lang anhaltenden "Westwetterlagen" im Sommer aber auch mal wieder kühl werden.

DPA/AP AP DPA

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