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"Jahrhundertprojekt": Deutsche Digitale Bibliothek jetzt online

Suchmaschinen wie Google und Yahoo! helfen bei der Recherche in der unendlichen Internetwelt. Die deutschen Kultureinrichtungen starten jetzt ein eigenes Portal - und sind nicht auf Klickzahlen aus.

Startschuss für ein Mammutprojekt: Die Deutsche #Link;http://www.stern.de/kultur/buecher/digitale-bibliothek-90521500t.html;Digitale Bibliothek#, ein gemeinsames Internetportal der Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen in Deutschland, ist am Mittwoch in einer ersten Version freigeschaltet worden. Unter der Adresse #Link;http://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/;www.deutsche-digitale-bibliothek.de# kann jedermann jetzt in dem öffentlichen Bestand nach Büchern, Bildern, Filmen, Noten, Musikstücken und anderen Archivalien suchen.

"Das ist eine wirkliche Demokratisierung von Kunst und Kultur", sagte Vorstandssprecher Hermann Parzinger. Bisher sind 5,6 Millionen Datensätze von 90 Einrichtungen zugänglich. Ziel sei, alle Kunst- und Wissenschaftseinrichtungen zu vernetzen und in die europäische digitale Bibliothek Europeana zu integrieren, so Parzinger. Referatsleiter Matthias Harbort sprach als Vertreter des Bundes von einem "Jahrhundertprojekt".

Bund, Länder und Kommunen arbeiten seit 2007 an dem Vorhaben. Für die technische Umsetzung sorgen die Fraunhofer-Gesellschaft und das Leibniz-Institut. Nach der jetzt freigeschalteten "Betaversion" soll im kommenden Jahr der Regelbetrieb starten. Geplant ist auch die Entwicklung eines Kinder- und Jugendportals.

Hohe "Qualität, Seriosität und Verlässlichkeit"

Anders als Suchmaschinen wie Google oder Yahoo! sei die Digitale Bibliothek nicht auf möglichst viele Klickzahlen aus, hieß es. "Unsere Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen stehen für die Qualität, Seriosität und Verlässlichkeit der Daten", sagte Parzinger. "Hier können Sie sich auf das verlassen, was Sie finden."

Das Suchwort "Weihnachtsoratorium" beispielsweise liefert derzeit 18 Treffer, darunter die digitalisierte Fassung einer historischen Schellackplatte von 1951. Auch die Originalpartitur von Johann Sebastian Bach ist zu sehen - allerdings in schwer leserlicher Handschrift.

Für die Länder sagte die Thüringer Bildungsexpertin Elke Harjes-Ecker: "Wir wollen mit der Digitalen Bibliothek die Anschluss- und Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands in Wissenschaft, Forschung und Bildung sichern, aber auch unser einzigartiges kulturelles Erbe für jedermann komfortabel über einen zentralen Anlaufpunkt zugänglich machen."

DPA / DPA