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540. Geburtstag von Kopernikus: Eine Revolution mit Hindernissen

Nikolaus Kopernikus' Theorie des heliozentrischen Weltbildes war der Auftakt einer wissenschaftlichen Revolution. Doch dem Umsturz stellten sich mächtige Gegner entgegen.

Von Katrin Verschaffel

Seine Theorie stürzte Wissenschaftler und die Kirche in eine tiefe Krise und veränderte die Welt: Nikolaus Kopernikus sorgte dafür, dass sich die Erde ab dem Jahr 1543 in der richtigen Umlaufbahn bewegte. In seinem Werk "De Revolutionibus Orbium Coelestium" erklärte er, dass die Erde nicht das Zentrum des Universums ist. Stattdessen bewegen sich alle Planeten um die Sonne. Mit dieser Theorie war das heliozentrische Weltbild geboren, es war der Auftakt zu einer wissenschaftlichen Revolution. Doch Kopernikus war nicht nur berühmt, sondern hatte einen neuen, mächtigen Feind: die Kirche.

Das geozentrische Weltbild, in dem die Erde als Mittelpunkt des Universums gilt, wurde von den christlichen Kirchen lange Zeit nicht hinterfragt und schließlich vehement verteidigt. Wer anderes behauptete, lief Gefahr, von der Inquisition als Ketzer verfolgt zu werden.

Rund 24 Jahre soll Kopernikus an seinem Werk über das heliozentrische Weltbild gearbeitet haben. Erst im Jahr seines Todes, 1543, wurde es schließlich veröffentlicht. Doch die Einleitung der wissenschaftlichen Arbeit schwächte den Inhalt ab: Der Theologie Andreas Osiander verfasste das Vorwort und sorgte dafür, dass die "De Revolutionibus Orbium Coelestium" trotz Widerstand Martin Luthers in Nürnberg erscheinen konnte. Er beschrieb Kopernikus Theorie als bloßes Rechenmodell, das nicht mit der Realität übereinstimmen müsse. So wollte er der Kirche zunächst den Wind aus den Segeln nehmen.

Angst vor einem Buch

Trotzdem landeten Kopernikus' Schriften auf dem Index. Doch einmal in den Köpfen der Astronomen, ließ sich die Theorie nicht aufhalten. Johannes Kepler verfestigte das Weltbild und berechnete, dass die Planeten tatsächlich in elliptischen Bahnen um die Sonne ziehen. Er schuf die Keplerschen Gesetze, die Gesetze der Planetenbewegung. Die Beobachtungen von Galileo Galilei stützten ebenfalls Kopernikus' Theorie. Doch erst 1835, nach 200 Jahren, strich die Kirche schließlich sein Werk von der Liste der verbotenen Bücher.

Google widmet dem Astronomen ein Doodle, bei dem sich Verfechter des geozentrischen Weltbildes im Grabe umdrehen würden: Den Mittelpunkt der Animation bildet die Sonne und um sie herum kreisen Planeten.

Nikolaus Kopernikus wurde am 19. Februar 1473 in Thorn geboren und war ein Frauenburger Domherr im Dienst des Fürstbistums Ermland in Preußen. Er wäre heute 540 Jahre alt geworden.

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