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Alternativen zur Fastenkur: Kleine Pause, großer Effekt

Keine Zeit zu fasten? Das gilt nicht. Nehmen Sie jetzt gleich Ihren Kalender und tragen Sie die Auszeiten ein, die Sie Ihrem Körper in diesem Jahr gönnen wollen.

Von Jutta von Campenhausen

Essen ist längst nicht nur Energie und Lustgewinn. Mit jeder Mahlzeit setzen wir unseren Leib massivem Stress aus - Verdauung ist Arbeit, zumal in Zeiten übermäßiger Völlerei. Es ist deshalb durchaus sinnvoll, dem Organismus im Jahr immer mal wieder eine Auszeit zu gönnen. Der Stoffwechsel kann mögliche Dysbalancen ausgleichen, das Immunsystem wird entlastet, und statt Verdauungsentzymen produziert der Körper vermutlich vermehrt Wachstumshormone, die die Zellalterung verzögern. Es muss nicht sofort die Radikaldiät sein. Mit Hilfe regelmäßiger kleinerer Aktionen können Sie Ihren Organismus ebenso wirkungsvoll entlasten - und auf Dauer auch Ihre Waage.

Drei-Wochen-Kur im Frühling

Beladen mit Winterschwere, Weihnachtspfunden und Karnevalsdunst braucht Ihr Körper jetzt eine Auszeit. Blocken Sie in Ihrem Kalender am besten sofort drei Wochen für die Kur. Sie müssen weder hungern noch fasten, aber sie sollten sich bewusst und schonend ernähren. Verzichten Sie in dieser Zeit auf Alkohol, rauchen Sie nicht, und meiden Sie Süßigkeiten. Verzichten Sie auf Fleisch.

Essen Sie vor allem abends nichts Fettes. Auch keine Rohkost, denn Ungekochtes wird vom Körper schwerer verdaut. Zum Abendessen genügt eine Gemüsesuppe. Wenn Sie es einrichten können, sollten Sie vor dem Mittagessen oder abends vor dem Einschlafen eine Wärmflasche auf den Bauch legen. Das regt die Leber an und fördert nachweislich die Entgiftungsarbeit. Lassen Sie zwischen dem Abendessen und dem Frühstück mindestens 14 Stunden vergehen.

Wenn Sie oft erschöpft sind, unter Kopfschmerzen, Schlafstörungen oder Verdauungsproblemen leiden, testen sie in diesen Wochen den Verzicht auf Kuhmilchprodukte oder glutenhaltiges Getreide (Weizen, Gerste). Viele Menschen haben Probleme, Milcheiweiß zu verdauen oder reagieren empfindlich auf das in Getreide enthaltene Klebereiweiß Gluten. Wenn Sie sich ohne diese Stoffe deutlich besser fühlen, ist einer von beidem möglicherweise die Ursache für Ihr Unwohlsein.

Ansonsten essen Sie wenig, leicht und bekömmlich: Kartoffeln, Reis, milde, wenig blähende Gemüse, gekocht oder gedünstet und mit ein paar Tropfen Ölivenöl versetzt. Bauen Sie in Ihren Plan den einen oder anderen Trinktag ein, an dem Sie neben Wasser und Kräutertee nur Saft, Gemüsebrühe, Molke oder Misosuppe zu sich nehmen.

Denken Sie aber daran, Ihr Verdauungssystem am Ende vorsichtig aus dem Schongang wieder auf Normalbetrieb hochzufahren. Die Übergangsphase zum gewohnten Essen sollte mindestens drei Tage dauern.

Pro Woche mindestens einmal ohne

In jeden noch so vollen Terminkalender passt eine Streichung: Dinner-Cancelling. Markieren Sie in Ihrem Kalender jede Woche mindestens einen Tag, an dem Sie auf das Abendessen verzichten. Beginnen Sie den Tag mit einem vollwertigen, kohlenhydratreichen Frühstück (Müsli, Vollkornbrot, Obst). Um 17 Uhr nehmen Sie die letzte Mahlzeit des Tages: am besten einen Teller Gemüse mit Reis. Trinken dürfen Sie danach noch reichlich - Kräutertee und Mineralwasser. Kaffee und Alkohol sollten Sie an diesen Tagen meiden.

Am besten gehen Sie früh ins Bett. Sie werden sehen: Sie schlafen so gut wie schon lange nicht mehr.

Sommerliche Obstwoche

Wenn es im Sommer richtig heiß ist, wird Ihnen eine Woche, in der Sie nur Obst essen, leicht fallen. Essen Sie sich an frischem, reifem Obst satt und trinken Sie Säfte, soviel Sie möchten. Die Vitamine und Enzyme sind ein erstklassiges Verjüngungsprogramm für Ihre Zellen, die Ballaststoffe normalisieren die Verdauung, und abnehmen werden Sie vermutlich auch. Vor allem, wenn Sie die Zeit, die Sie beim Kochen sparen, nutzen, um Sport zu treiben.

Planen Sie, wenn Sie auf den Geschmack gekommen sind, jede Woche einen Obsttag ein!

Schongang vor dem großen Schlemmen

Stehen Feiertage oder größere Schlemmereien bevor, schalten Sie in den Tagen davor einen Gang zurück - besinnen Sie sich auf Ihren Körper, bevor Sie ihn mästen.

Schieben Sie drei Entlastungstage ein: Einen Tag lang essen Sie nur Vollkornreis. Zum Frühstück mit Zimt, mittags mit Kräutern, abends mit Sojasauce. Essen Sie sich langsam satt. Dazu brauchen Sie nicht viel, und der Reis entwässert das Gewebe.

Am zweiten Tag ernähren Sie sich von gedünstetem Gemüse. Essen Sie es nicht al dente - Rohes strapaziert den Darm, den Sie schonen sollten.

Am dritten Tag spülen Sie Ihren Verdauungstrakt mit Saft oder selbst gekochter Gemüsebrühe durch. Trinken Sie reichlich Mineralwasser und gönnen Sie sich jeden Tag ein wenig Bewegung an der frischen Luft.

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