Deutscher Verkehrsgerichtstag Schweigepflicht contra Meldezwang – sollen Ärzte fahruntaugliche Patienten den Behörden melden?

Symbolbild Verkehrsgerichtstag. Ein älterer Herr sitzt im Auto
Auf dem Verkehrsgerichtstag wird diskutiert, ob Ärzte Personen melden sollen, die nicht mehr fahrtauglich sind 
© Getty Images
Wenn Senioren oder Epileptiker Verkehrsunfälle bauen, ist die Empörung groß. Jetzt beraten Experten auf dem Deutschen Verkehrsgerichtstag, ob es für Ärzte eine Meldepflicht für Fahruntauglichkeit geben soll. Die Diskussion birgt Zündstoff.

Stellen Sie sich vor, Sie erzählen Ihrem Augenarzt, dass Sie immer schlechter sehen und deshalb Angst haben, Unfälle zu verursachen. Er sagt, Sie dürfen nicht mehr Auto fahren. Einige Wochen später bekommen Sie einen Behörden-Brief: Fahrverbot! Hat Ihr Arzt Ihr Vertrauen missbraucht?

Es ist ein klassischer Zielkonflikt – die Ärztliche Schweigepflicht steht einem berechtigten Interesse der Allgemeinheit entgegen: dem Schutz anderer Verkehrsteilnehmer. Ärzte sind bislang in solchen Fällen nicht verpflichtet, Behörden einzuschalten. Nur ausnahmsweise müssen sie Meldung machen, zum Beispiel wenn sie von einem geplanten schweren Verbrechen erfahren.

Mehr zum Thema

Newsticker