Querschnitt durch die Nation Wie deutsch sind Sie wirklich?

Querschnitt durch die Nation: Wie deutsch sind Sie wirklich?
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Wann heiratet der Durchschnitts-Deutsche? Wie viel raucht er? Und was steht in seiner Wohnzimmer-Schrankwand? Das Statistische Jahrbuch sagt uns, wie hierzulande gearbeitet, gelebt und geliebt wird.

Was ist eigentlich noch typisch deutsch? Die meisten Lederhosen dürften mittlerweile in amerikanischen Kleiderschränken hängen. Döner und Pizza sind weit beliebter als Wurst mit Kraut. Und dem Schäferhund, einst Symbol deutscher Tierliebe, hat der Chihuahua längst den Rang abgelaufen.

Typisch deutsch mag es nicht geben, den Durchschnittsbürger dagegen gibt es sehr wohl. Der isst pro Jahr etwa 96 Kilogramm Gemüse, 214 Eier, rund 55 Kilo Kartoffeln, 88 Kilo Fleisch - und trinkt immerhin zwei Liter Kondensmilch. Hinzu kommen im Jahr durchschnittlich 99 Liter Bier pro Kopf, und 996 Zigaretten. Der Deutsche heiratet immer später und lässt sich auch mit dem Kinderkriegen mehr Zeit als früher. Er schaut jeden Tag mehr als dreieinhalb Stunden fern und verbringt viel Zeit im Internet. Diese Erkenntnisse liefert das neue Statistische Jahrbuch, eine immense Datensammlung, die uns einmal im Jahr Einblicke in das Leben des Durchschnittsbürgers und den Zustand des Landes gewährt.

Das Jahrbuch ist eine fast 700 Seiten starke Aneinanderreihung von Zahlenkolonnen jeder Couleur - von den Sonnenstunden am Kahlen Asten über die Zahl der Adoptionen, die beliebtesten Ausbildungsberufe, die Länge der deutschen Autobahnen bis zum Gewicht des thermisch entsorgten Klärschlamms. Das Statistische Bundesamt trägt diesen Wust an Informationen jedes Jahr zusammen.

Jeder Achte arbeitet im Gesundheitswesen

In dem Jahrbuch findet sich eine Zahl zu fast jedem Thema. Zum Beispiel zum Verkehr: 12.900 Autobahn-Kilometer ziehen sich durch Deutschland. Knapp 44 Millionen Autos sind in hierzulande zugelassen. Und 3339 Menschen starben im vergangenen Jahr im Straßenverkehr.

Beispiel Arbeitsmarkt: Neben den üblichen Zahlen zu Erwerbstätigen und Arbeitslosen verrät das Jahrbuch etwa, dass eine Stunde Arbeit in Deutschland im Schnitt 31,50 Euro kostet. Und dass etwa jeder achte Beschäftigte 2013 einen Job im Gesundheitswesen hatte.

Er oder sie heißt Sophie oder Maximilian

Eine bleibende Erkenntnis aus der gigantischen Zahlensammlung: Deutschland altert und schrumpft. Schon jetzt sind gut 20 Prozent der Bevölkerung 65 Jahre und älter. Gut 80 Millionen Einwohner hat die Bundesrepublik derzeit. Im Jahr 2060 werden es nach verschiedenen Berechnungen nur noch 70 Millionen sein - oder wenn es schlecht läuft, nur knapp 65 Millionen.

Frauen bekommen ihr erstes Baby im Schnitt mit 29 Jahren. 1,4 Kinder bringt statistisch gesehen jede von ihnen n zur Welt. Und doppelt so häufig wie vor 20 Jahren tun sie das per Kaiserschnitt im Krankenhaus. Die häufigsten Vornamen des deutschen Nachwuchses waren zuletzt Sophie und Maximilian.

Beim Heiraten sind Frauen im Schnitt 34 Jahre alt, Männer sogar 37 - und damit etwa acht Jahre älter als 1985. Oft geht es schief mit dem Schwur auf ein gemeinsames Leben: Im vergangenen Jahr wurde mehr als jede dritte Ehe geschieden.

Durchblutungsstörungen des Herzens sind die häufigste Todesursache in Deutschland. Aber auch akute Herzinfarkte und Krebs rangieren hier weit vorne.

Noch ein Blick ins deutsche Wohnzimmer: Etwa sieben von zehn Haushalten in Deutschland haben einen Flachbildfernseher. Und die Fernsehzuschauer sitzen im Schnitt drei Stunden und 41 Minuten am Tag vor der Mattscheibe.

Übrigens wird nicht nur der Durchschnittsbürger im Statistischen Jahrbuch gewürdigt, sondern beispielsweise auch die Durchschnitts-Legehenne: Sie brachte im vergangenen Jahr 294,3 Eier hervor - etwas weniger als ein Ei pro Tag.

mh/ Christiane Jacke/ dpa DPA

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