HOME

Freilandversuch: Aigner genehmigt Genkartoffel-Anbau

Der Chemieriese BASF darf für Freilandversuche die Genkartoffel Amflora anbauen. Agrarministerin Ilse Aigner will einen entsprechenden Antrag des Konzerns genehmigen. Zuvor hatte sie eine genmanipulierte Maissorte abgelehnt. Die Grünen reagierten auf Aigners Ankündigung mit scharfer Kritik.

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) will trotz heftiger öffentlicher Diskussionen den Anbau der Genkartoffel Amflora genehmigen. Die von ihr angekündigte Prüfung sei damit abgeschlossen, sagte eine Sprecherin am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Die Prüfer seien zu dem Ergebnis gekommen, dass sich "keine negativen Einflüsse auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt" ergeben hätten. Bei dem Antrag des Chemiekonzerns BASF geht es um Freilandversuche. Mit der grundsätzlichen Zulassung der gentechnisch veränderten Kartoffel als Futtermittel hat die Entscheidung nichts zu tun.

Das Erbgut der Sorte Amflora ist so verändert, dass aus der Kartoffel Stärke zur Herstellung von Papier und Klebstoffen gewonnen werden kann. Die Kontroverse um die BASF-Kartoffel war vor einer Woche ausgelöst worden, nachdem die CSU-Führung einem Zeitungsbericht zufolge von Aigner ein Verbot von Amflora verlangt hatte. Davor hatte Aigner die genmanipulierte Maissorte MON 810 abgelehnt.

Die Grünen kritisierten die geplante Genehmigung der Genkartoffel. Nicht nur beim Mais, auch bei der Kartoffel müsse ein klares Nein gelten, forderte Parteichefin Claudia Roth. "Wir wollen keine genmanipulierten Lebensmittel." Die Risiken seien zu hoch. Zustimmung kam dagegen von der CDU/CSU-Bundestagsfraktion: Wir begrüßen Aigners Entscheidung, denn damit stellt sie klar, dass die Ablehnung der Aussaat von Mon 810 keine grundsätzliche Entscheidung gegen die Grüne Gentechnik in Deutschland war, erklärte der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Unionsfraktion Peter Bleser.

DPA/AP / AP / DPA
Themen in diesem Artikel