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Beben: Wenn der Mond wackelt

Gegen die Beben auf dem Mond sind die bei uns auf der Erde nur ein kurzes Vibrieren. Bis zu zehn Minuten lang bebt der Boden dort - eine Herausforderung für die Nasa, die eine Basis auf dem Mond plant.

Wenn die US-Raumfahrtbehörde Nasa wie geplant in den nächsten Jahrzehnten eine Mondbasis errichtet, wird sie diese bebensicher bauen müssen. Denn Mondbeben gibt es auf dem Erdtrabanten zuhauf, und manche davon dauern sogar länger als zehn Minuten an. Das sagt der amerikanische Forscher Clive Neal von der Universität in Notre Dame nach einer eingehenden Analyse von Mondbeben. Neal fordert nun eine flexible Bauweise sowie ein Messnetz für Beben auf dem Mond. Diese Seismometer sollen helfen, einen sicheren Ort für die Mondbasis zu bestimmen, meldet die Nasa.

In den Jahren 1969 bis 1972 platzierten Astronauten bei vier Apollo-Mondmissionen Seismometer auf der Mondoberfläche. Diese funkten bis 1977 ihre Daten zur Erde. Die Forscher untersuchten nun die rund 12.000 Beben aus diesem Zeitraum.

Mondboden wirkt wie eine Stimmgabel

Weniger gefährlich für eine Bebauung sind nach Ansicht der Forscher diejenigen Beben, die durch Gezeitenwirkung auf dem Mond, durch entfernte Meteoriteneinschläge und durch den Tag-Nacht-Wechsel hervorgerufen werden. Ein besonderer Typ von Beben bereitet den Forschern aber Sorge: Diese so genannten flachen Beben entstehen in 20 Kilometern Tiefe, können zehn Minuten lang andauern und erreichen Werte von 5.5 auf der Richter-Skala. Im Vergleich: Selbst die stärksten Beben auf der Erde dauerten nicht länger als zwei Minuten an. Bei einer Stärke von 5.5 könnten verputzte Hauswände zwar nur Risse bekommen - für eine Mondbasis bedeute ein solches Leck jedoch das Aus.

Die kurze Dauer von Beben auf der Erde führen die Forscher auf den Feuchtigkeitsgehalt im Boden zurück. Die Feuchte dämpft die Schwingungen. Im Monduntergrund fehlt aber diese Feuchte, so dass das trockene und spröde Gestein so schwingt wie eine angeschlagene Stimmgabel. Die Ursache dieser flachen Beben ist noch unbekannt, doch fordert Neal ein Messnetz von 20 Seismometern auf der Mondoberfläche. Damit ließen sich sichere Gebiete ausfindig machen.

DDP / DDP
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