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Testflug der "Ingenuity" Erster Heli im All – Nasa-Hubschrauberflug auf dem Mars erfolgreich

Sehen Sie im Video: Erster Heli im All – Nasa-Hubschrauberflug "Ingenuity" auf dem Mars erfolgreich.
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Sieben Tage nach dem eigentlich geplanten Testflug hebt der Mini-Hubschrauber "Ingenuity" heute auf dem Mars ab. Zum ersten Mal in der Geschichte der Raumfahrt fliegt ein Helikopter auf einem fremden Planeten. Für die Nasa ein Meilenstein.

Mit dem Mars-Hubschrauber "Ingenuity" hat erstmals ein Luftfahrzeug einen Flug auf einem anderen Planeten absolviert. Das teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa am Montag mit. Der mit Lithium-Ionen-Akkus betriebene und rund 1,8 Kilogramm schwere "Ingenuity" (auf Deutsch etwa: Einfallsreichtum) stieg bei seinem ersten Testflug auf, schwebte dann auf der Stelle und landete schließlich wieder auf der Oberfläche des Planeten. Wegen technischer Probleme war der Testflug zuvor mehrfach verschoben worden.

Sehen Sie den Testflug hier in voller Länge (47 Minuten).

Der Mini-Helikopter war an Bord des Nasa-Rovers "Perseverance" (auf Deutsch etwa: Durchhaltevermögen) Ende Februar – nach 203 Flugtagen und 472 Millionen zurückgelegten Kilometern – mit einem riskanten Manöver in einem ausgetrockneten Mars-See namens "Jezero Crater" aufgesetzt. Diesen See mit einem Durchmesser von etwa 45 Kilometern soll "Perseverance" in den kommenden zwei Jahren untersuchen.

Entwicklung und Bau des rund 2,5 Milliarden Dollar (etwa 2,2 Milliarden Euro) teuren Rovers hatten acht Jahre gedauert. Er soll auf dem Mars nach Spuren früheren mikrobiellen Lebens fahnden sowie das Klima und die Geologie des Planeten erforschen.

Experiment erfolgreich

In den frühen Morgenstunden gingen die ersten Bilder und Videoaufnahmen der Mars-Mission bei der Nasa ein. Sie zeigen den Schatten der "Ingenuity" auf dem Marsboden sowie den kleinen Hubschrauber, wie er über dem Planeten schwebt. "Die Mission ist noch nicht zu Ende, das war erst der erste Flug", sagte MiMi Aung von der Nasa. Trotzdem sorgten die Bilder bei allen Beteiligten für Euphorie.

Mit der Mission will die Nasa testen, ob künftig weiterhin kleine Helikopter unter anderem als Transportmittel auf dem Mars eingesetzt werden können. Zusätzlich könnten so neue Kenntnisse über bisher unbekannte Regionen auf dem roten Planeten gesammelt werden, die für Fahrzeuge schwer zu erreichen sind. "In ferner Zukunft könnten sie sogar Astronauten bei der Erforschung des Mars behilflich sein", hofft die Nasa.

Hoffnung auf eine neue Ära in der Mars-Forschung

Die Nasa spricht bei "Ingenuity" von einer Demonstrationsmission. Sie hat kein wissenschaftliches Ziel außer zu zeigen, dass Fliegen auf dem Mars möglich ist. Außerdem will die Nasa mit dem Projekt Daten eines Fluggeräts auf einem anderen Planeten sammeln.

In der Zukunft könnten solche Fluggeräte "eine ganz neue Ära der Mars-Erforschung eröffnen", sagt der Chef-Ingenieur des Projekts, Bob Balaram. Sie könnten etwa Gebiete erreichen, in die Rover nicht gelangen können. Vorstellbar ist auch, dass solche Mini-Helikopter künftig an eine Station auf dem Mars "Bericht erstatten", also ihre Messdaten, Bilder und Gesteinsproben dort abliefern könnten.

cl/dpa/afp/NASA

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