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Gefahr aus dem All: Asteroiden treffen häufig die Erde

26 große Asteroiden sollen laut einer US-Stiftung seit der Jahrtausendwende auf der Erde eingeschlagen sein. Ein besseres Frühwarnsystem könnte die Bedrohung aus dem All deutlich verringern.

Der Tscheljabinsk-Asteroid, der 2013 über der russischen Stadt niederging, hatte eine Sprengkraft von 600 Kilotonnen.

Der Tscheljabinsk-Asteroid, der 2013 über der russischen Stadt niederging, hatte eine Sprengkraft von 600 Kilotonnen.

Die Erde ist seit der Jahrtausendwende nach Daten einer privaten Stiftung von mindestens 26 großen Asteroiden getroffen worden. Die kosmischen Bomben hätten eine Sprengkraft zwischen einer und 600 Kilotonnen TNT gehabt, berichtete die Stiftung B612 in Seattle (US-Staat Washington).

Die Erde kollidiere ständig mit Bruchstücken von Asteroiden, argumentierte die Stiftung, die nach dem Heimat-Asteroiden der Romanfigur "Der kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupéry benannt ist. Die meisten kosmischen Geschosse explodierten allerdings zu weit oben in der Atmosphäre, um ernsthafte Schäden anzurichten.

Viel stärker als die Hiroshima-Bombe

In den vergangenen zwölf Jahren habe es jedoch Treffer mit mehr als 20 Kilotonnen Sprengkraft in Indonesien, dem Südpolarmeer, dem Mittelmeer und in Russland gegeben. Der Tscheljabinsk-Asteroid, der vergangenes Jahr über der russischen Stadt niederging, habe eine Sprengkraft von 600 Kilotonnen gehabt - 40 Mal mehr als die Hiroshima-Bombe.

"Während die meisten großen Asteroiden, die ein ganzes Land oder einen gesamten Kontinent zerstören können, entdeckt sind, haben alle existierenden Observatorien im Weltraum oder auf dem Erdboden weniger als 10.000 der mehr als eine Million gefährlichen Asteroiden gefunden, die eine Metropolregion zerstören können", so Lu.

Ein Schubser kann eine Katastrophe verhindern

Die B612-Stiftung plant, ein privat finanziertes Infrarot-Teleskop im All zu stationieren. Es soll potenziell gefährliche Geschosse Jahre im Voraus erspähen, so dass Zeit für Abwehrmaßnahmen bleibt. Das Weltraumteleskop namens "Sentinel" (Wache) soll 2018 ins All geschossen werden und bereits im ersten Jahr mehr als 200.000 Asteroiden aufspüren. Dazu soll es nach der Wärmesignatur der Asteroiden spähen, die leichter zu entdecken sei als das nur schwach reflektierte Sonnenlicht von den meist sehr dunklen Himmelskörpern.

"Wenn wir Asteroiden, die eine Stadt auslöschen können, früh genug entdecken, ist nicht viel nötig, nur ein kleiner Schubser, um sie auf einen ungefährlichen Kurs zu lenken", betonte "Apollo 8"-Veteran Bill Anders auf einer Pressekonferenz im Flugmuseum von Seattle. "Die Erde ist in der Vergangenheit wiederholt von Asteroiden getroffen worden, was das Leben auf dem Planeten verändert hat", ergänzte Astronautenkollege Tom Jones. "Heute haben wir die Technologie, dies zu verhindern."

am/DPA / DPA