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Nach absichtlicher Kollision Nasa verkündet: Dart-Sonde hat Asteroiden erfolgreich von seiner Bahn abgelenkt

Dieses Nasa-Bild zeigt den Asteroidenmond Dimorphos – elf Sekunden vor dem Aufprall der "Dart"-Raumsonde
Dieses Nasa-Bild zeigt den Asteroidenmond Dimorphos – elf Sekunden vor dem Aufprall der "Dart"-Raumsonde
© NASA / Johns Hopkins APL / AFP
Ein Erfolg für die Nasa: Durch den Einschlag der Dart-Sonde im September sei die Umlaufbahn des Asteroidenmondes Dimorphos verkleinert worden, verkündet nun Nasa-Chef Bill Nelson.

Die erste absichtliche Kollision einer Raumsonde mit einem Asteroiden war offenbar ein Erfolg und hat die Bahn des Himmelskörpers verändert. Der Chef der US-Weltraumagentur Nasa, Bill Nelson, sagte am Dienstag, durch den Einschlag der Dart-Sonde vor rund zwei Wochen sei die Umlaufbahn des Asteroidenmondes Dimorphos verkleinert worden. Brauchte Dimorphos bislang elf Stunden und 55 Minuten für eine Umrundung seines großen Bruders Didymos, sind es demnach jetzt nur noch elf Stunden und 23 Minuten.

"Wir haben der Welt gezeigt, dass die Nasa ein ernsthafter Verteidiger dieses Planeten ist", sagte Nelson. Das Dart-Projekt habe sich vielleicht angehört wie ein Drehbuch für einen Film. "Aber das war nicht Hollywood." Es war das erste Manöver im All überhaupt, mit dem die Abwehr eines die Erde bedrohenden Asteroiden getestet wurde.

Nasa will mit "Dart"-Mission Erde im Ernstfall retten

Die Kühlschrank-große Weltraumsonde Dart war am 26. September mit einer Geschwindigkeit von mehr als 23.000 Stundenkilometern in den elf Millionen Kilometer von der Erde entfernten Himmelskörper gerast. Es gab zwar rasch beeindruckende Bilder von dem Einschlag, die von Teleskopen und einem Mini-Satelliten eingefangen wurden. Es dauerte aber zwei Wochen um festzustellen, ob die Bahn des Asteroiden verändert wurde und wenn ja, in welchem Ausmaß.

Als Ziel hatte die Nasa ausgerufen, die Umlaufbahn von Dimorphos, der mit einem Durchmesser von 160 Metern etwa so groß ist wie eine ägyptische Pyramide, um bis zu zehn Minuten zu verkürzen. Dieses Ziel wurde nun deutlich übertroffen: Die Verkürzung beträgt 32 Minuten. Um im Ernstfall einen gefährlichen Asteroiden an der Erde vorbeizulenken, wären bei einem frühzeitigen Eingreifen auch nur minimale Kursänderungen nötig.

Die Sonde für das spektakuläre Experiment "Double Asteroid Redirection Test" (Doppelter Asteroiden-Umleitungstest), kurz Dart, war im November 2021 in Kalifornien gestartet. Dimorphos und Didymos stellen keine Gefährdung für die Erde dar. Sie waren aber ideal, um eine Technologie für die Ablenkung von Himmelskörpern zu testen.

Die Lehren aus der Weltraum-Geschichte

Von den Milliarden Asteroiden und Kometen in unserem Sonnensystem werden nur sehr wenige als potenziell gefährlich für die Erde eingestuft. Für die kommenden 100 Jahre wird nicht mit einem Einschlag gerechnet. Dass irgendwann aber wieder ein Himmelskörper in die Erde einschlägt, gilt als wahrscheinlich.

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Das lehrt auch die Weltraum-Geschichte: Vor etwa 66 Millionen Jahren schlug im heutigen Mexiko der rund zehn Kilometer große Chicxulub-Asteroid ein. Er sorgte für einen Dauer-Winter und wird mit dem Aussterben der Dinosaurier sowie von drei Vierteln aller übrigen damaligen Arten in Verbindung gebracht. 

Der Einschlag eines Asteroiden von der Größe von Dimorphos hätte zwar nur regionale Auswirkungen. Er hätte aber mehr Wucht als jede Atombombe und könnte eine ganze Stadt zerstören.

les AFP

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