"Rosetta"-Mission "Philae" sendet Bilder und Daten, aber wo ist der Lander?


Erst wird Geschichte geschrieben, dann gearbeitet: Die erste Landung auf einem Kometen ist geglückt. "Philae" sendet Daten und Bilder. Wo genau er steht, ist unkalr. Der Tag danach zum Nachlesen.

Wie geht es "Philae"? Diese Sorge treibt einen Tag nach dem historischen Erfolg der "Rosetta"-Mission die Wissenschaftler der Europäischen Raumfahrtagentur Esa um. Es ist gelungen, den Lander auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko abzusetzen, doch er ist nicht wie vorgesehen im schwierigen Boden des Schweifsterns verankert. Inzwischen sind die Befürchtungen der Zuversicht gewichen, dass der Einsatz erfolgreich fortgesetzt werden kann. Aber: Wo genau der Lander steht, wissen die Forscher bisher nicht. Die Ereignisse des Tags nach dem historischen Ereignis zum Nachlesen.

+++ 16.52 Uhr: Zusammengesetztes Panorama +++

Ein erstes Panorama als Bausatz aus diversen Aufnahmen:

+++ 16.04 Uhr: Ein taumelnder kleiner Kasten +++

Taumelnd durchs All: Die Esa zeigt kombinierte Aufnahmen von "Philae" kurz nachdem der Lander von "Rosetta" abgekoppelt wurde.

+++ 15.44 Uhr: "Rosetta" sucht den Kometen ab +++

Eine Aufnahme der Landestelle von "Philae" mit der Kamera an Bord von "Rosetta". Aus 50 Meter Höhe lassen sich hier deutlich Strukturen und größere Felsbrocken erkennen, so dass es die Hoffnung gibt, dass auch der Lander auf den Fotos von "Rosetta" entdeckt werden kann - zumal der Orbiter auf seiner Umlaufbahn der Oberfläche noch deutlich näher kommen kann. Das rote Kreuz markiert die Stelle, an der der Lander gestern gegen 15.30 Uhr unserer Zeit aufgesetzt hat. Das heute veröffentlichte Foto wurde bereits am 2. September geschossen.

+++ 15.10 Uhr: Nur 40 Meter von der Oberfläche entfernt +++

Kurz vor dem Aufschlagen, wie man es jetzt nennen muss: ROLIS ist das Kamerasystem an Bord von "Philae". Diese Aufnahme entstand offenbar aus einer Höhe von nur 40 Metern.

+++ 15.10 Uhr: Neue Bilder zeigen "Philaes" Standort +++

"Philae" scheint von dem ganzen Trubel um seine merkwürdige Landung nur wenig mitbekommen zu haben: Als sei nichts gewesen sendet der kleine Landeroboter stetig Bilder und wissenschaftliche Daten zur Erde.

Bis die Aufnahmen endgültig verarbeitet sind, wird es allerdings noch etwas dauern. Deutlich zu sehen ist aber bereits, dass "Philae" in der Nähe einer hohen Klippe gelandet ist und der Boden aus hartem Fels besteht - ein Grund warum der Roboter mehrfach vom Kometen abprallte. Außerdem liegt der Landeplatz zu großen Teilen im Schatten, was es schwieriger macht, "Philae" zu finden.

+++ 14.55 Uhr: Suche nach "Philae" +++

Im Esa-Kontrollzentrum versucht man weiter genau zu bestimmen, wo "Philae" gelandet ist. Eine mühselige Aufgabe, denn der Roboter ist ein winziges Objekt auf einem riesigen Kometen, wie diese Aufnahme von der Landung verdeutlicht. Gemacht hat das Bild die Sonde "Rosetta", die weiter um den Kometen kreist und die Daten von "Philae" zur Erde weiterleitet.

+++ 14.40 Uhr: "Philae" hat Ziel um einen Kilometer verfehlt +++

Noch wissen die Ingenieure der Esa nicht genau wo "Philae" gelandet ist, da der Roboter mehrfach vom Kometen abgeprallt und weitergeflogen ist. Es scheint aber, als sei man rund einen Kilometer von der ursprünglich geplanten Landestelle entfernt. In den kommenden Stunden wollen die Wissenschaftler nun beginnen vorsichtig mit weiteren wissenschaftlichen Experimenten zu beginnen.

+++ 13.24 Uhr: "Philae" arbeitet bestens +++

Klare Ansage von Esa-Flugleiter im Esoc-Kontrollraum: "Philae ist auf der Oberfläche und macht einen fabelhaften Job, arbeitet sehr gut und wir können sagen: 'Wir haben einen Happy Lander'." Die Esa staunt sehr über den "Big Bounce" der Landesonde.

+++ 13.09 Uhr: Kein Neid unter Raumfahrern +++

Übrigens: Wer glaubt, bei der Nasa sei man blass vor Neid auf den Erfolg der europäischen Kollegen, der irrt. Für ihren Glückwunsch bemühten sie gestern sogar ihre Fremdsprachenkenntnisse.

Ein wenig ist die Nasa an der "Rosetta"-Mission ja auch beteiligt - mit Instrumenten, die im Wesentlichen den Kometenkern analysieren, Wasservorkommen aufspüren und die Entstehung eines Schweifs erfassen sollen.

+++ 12.45 Uhr: Lander hat nochmal richtig abgehoben +++

Interessant bei der Analyse ist die fast zweistündige Differenz zwischen den ersten beiden Zeiten des Aufsetzens: Laut DLR-Projektleiter Stephan Ulamec muss "Philae" nach dem ersten Kontakt nochmal rund einen Kilometer ins All zurückgeschleudert worden sein, ehe er dann erneut landete, nochmals leicht in die Höhe sprang, um dann nach etwa 20 Minuten endgültig zum Stehen zu kommen. Dass der Lander sowas überstehen könnte, damit hat niemand gerechnet.

+++ 12.40 Uhr: Lander überlebt den #bigbounce +++

Da versuchen die Experten alles, um "Philae" eine sichere Landung zu ermöglichen, und dann das: Die entscheidenden Instrumente fallen aus, doch dem Lander macht das gar nichts. Stattdessen tischte das 100 Kilo Mini-Labor dreimal auf und ab - und zwar um 15.33 Uhr, um 17.26 Uhr und um 17.33 Uhr unserer Zeit, um dann einfach stehen zu bleiben.

+++ 12.26 Uhr: Panorama-Foto angekündigt +++

Ein paar Einzelheiten zum ersten "Schnappschuss" vom Kometen: Nach Angaben der Esa handelt sich um ein zusammengesetztes Bild aus zwei Aufnahmen des CIVA-Kamerasystems an Bord des Landers. Links vorne ist die Spitze eines der drei Füße von "Philae" zu sehen. CIVA ist in der Lage jene 360-Grad-Panorama-Aufnahmen zu machen, auf die alle Interessierten so ungeduldig warten. Eine solche Aufnahme will die Esa ab 14 Uhr während einer Pressekonferenz präsentieren.

+++ 11.50 Uhr: Arbeiten an der Kommunikation +++

Im Esa-Kontrollraum geht die Arbeit unvermindert weiter. Nach wie vor wird analysiert, was mit "Philae" bei der Landung passiert und ob der Lander wirklich stabil ist und arbeiten kann - danach sieht es im Moment aus. Die Kommunikation mit dem Mini-Labor auf dem Kometen hängt an "Rosetta", der Muttersonde im Orbit um 67P. Derzeit arbeiten die Wissenschaftler daran, "Rosetta" in eine ideale Position für den Kontakt zu "Philea" zu manövrieren.

+++ 10.55 Uhr: Erstes Bild von der Kometen-Oberfläche

+++ 10.38 Uhr: "Philae" sprang womöglich mehrfach auf und ab +++

Schon kurz nach der Landung sagte DLR-Projektmanager Stefan Ulamec, "Philae" sei möglicherweise sogar zweimal auf dem Kometen gelandet. Inzwischen spricht nach seiner Einschätzung einiges dafür, dass der 100 Kilo schwere Lander über hunderte Meter auf 67P auf- und abgesprungen ist, da die Verankerung durch die Harpunen fehlgeschlagen ist und auf dem Kometen kaum Schwerkraft vorhanden ist.

+++ 10.25 Uhr: EU-Parlament gratuliert der Esa +++

Spät, aber immerhin: Gerade hat auch das Europäische Parlament den "Rosetta"-Wissenschaftler zu ihrem historischen Erfolg gratuliert. Nicht ganz unwichtig: Die EU-Politiker entscheiden letztlich darüber, welche finanziellen Möglichkeiten der Esa zur Verwirklichung ihrer Vorhaben zur Verfügung stehen.

+++ 9.54 Uhr: Warten auf Bilder vom Kometen +++

Wie es heißt, hat "Philae" trotz aller Probleme angeblich Aufnahmen von der Kometenoberfläche geschickt. Wegen der Analyse der Landeprobleme hat die Esa diese Aufnahmen bisher nicht veröffentlicht. Die Fotos stammen vom hochauflösenden Kamerasystem "Osiris" des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) in Göttingen. Es ist eine hochauflösende Kamera für UV-, sichtbares und Infrarot-Licht. Es kann Form, Größe, Rotation und die chemisch-mineralogische Zusammensetzung der Kometenoberfläche erfassen. Die Bilder von der Rosetta-Mission sind also nicht nur Postkarten, sondern ebenfalls wertvolle wissenschaftliche Daten.

+++ 8.45 Uhr: "Philae" steht überraschend stabil +++

Nach ersten Erkenntnissen steht "Philae" überraschend stabil auf dem Kometen - obwohl die Verankerungsharpunen und eine Bremsdüse nicht funktioniert haben. Nach Einschätzung des Esa-Flugleiters Paolo Ferri wird sich der Lander trotz allem auf dem Kometen halten. Ob auch die Experimente so verlaufen werden wie geplant, ist aber offen.

+++ 8.40 Uhr: Erstes Experiment läuft planmäßig +++

Eines der Experimente an Bord von "Philae" ist trotz der schwierigen Landung wie geplant angelaufen. Beim Tomographie-Projekt "Consert" wird Komet 67P von den beiden Esa-Sonden in Gemeinschaftsarbeit durchleuchtet.

+++ 8.30 Uhr: Esa hat wieder Kontakt +++

Die Esa hat wieder Kontakt zu "Philae". In der Nacht hatte es eine Zwangspause gegeben, da die Muttersonde "Rosetta" auf ihrem Weg um den Kometen "Tschuri" außer Reichweite für die Signale des kleinen Landers befunden hat.

dho/DPA/Reuters/AFP DPA Reuters

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