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Marssonde Phoenix: Jetzt spielt der Roboterarm mit

Erst wollte der Roboterarm nicht so recht, für mehrere Stunden war die Funkverbindung zwischen der Marssonde Phoenix und dem Nasa-Kontrollzentrum unterbrochen. Doch jetzt ist die Panne behoben - und die Wissenschaftler staunen über die neuen Aufnahmen vom Nachbarplaneten.

Nach Verzögerungen wegen einer Kommunikationspanne haben US-Forscher mit der Aktivierung des Roboterarms der Marssonde Phoenix begonnen. Entsprechende Kommandos seien in Richtung des Roten Planeten gesendet worden, teilte die US-Weltraumbehörde Nasa mit. Bis zum 29. Mai solle der 2,3 Meter lange Arm, der Bodenprobe zur Untersuchung auf Spuren von Leben sammeln soll, komplett ausgefahren werden.

Die für mehrere Stunden unterbrochene Funkverbindung zu Phoenix sei wiederhergestellt, die Sonde habe wieder Bilder und Daten gesendet, hieß es von der NASA. "Wenn alles klappt, können wir bereits morgen Aufnahmen von dem ausgefahrenen Arm zeigen", sagte Phoenix-Projektmanager Barry Goldstein. Phoenix ist in einem relativ flachen Gebiet am eisigen Nordpol des Mars gelandet. Er soll dort mindestens 90 Tage lang im Permafrost nach Spuren von Wasser und Hinweisen auf Leben graben.

Mit dem Beginn der eigentlichen Grabungen sei frühestens Anfang nächster Woche zu rechnen, sagte Goldstein. "Wir lassen uns Zeit." Die Sonde selbst sei "in exzellentem Zustand". Die Kommunikationsprobleme nannte der Projektmanager "kein großes Thema". Eine der beiden Raumsonden, die den Mars umkreisen, habe die Funksignale zwischen Phoenix und der Erde nicht wie erwartet vermittelt. Der zweite Orbiter funktioniere aber einwandfrei. Die genauen Ursachen der Panne würden untersucht.

Fotos von der Marslandung

Eine neue Aufnahme sorgte für Entzücken unter den Wissenschaftlern: Die Nasa-Raumsonde "Mars Reconnaissance Orbiter", die den Nachbarplaneten umkreist, konnte aus dem All fotografieren, wie Phoenix am Fallschirm auf die Marsoberfläche segelte. "Es sieht so aus, als wenn Phoenix in dem riesigen Mars-Krater von zehn Kilometern Durchmesser landen würde", sagte Alfred Ewen von der Universität in Arizona, "aufgesetzt ist er allerdings noch vor dem Krater." Es sei das erste Mal, dass eine Raumsonde von einer zweiten bei der Landung auf einem anderen Planeten fotografiert worden sei. "Das Bild hat mich total umgehauen", sagte der Phoenix-Projekt-Manager Barry Goldstein.

Das Landegebiet der ideale Platz zum Graben zu sein: "Wir waren sehr glücklich, dass wir so wenig Steine und Felsen sehen", sagte Peter Smith, einer der beteiligten Wissenschaftler. Auch die ersten Wetter-Daten gibt es schon: Am Morgen schwankt die Temperatur um eisige minus 80 Grad Celsius und am Nachmittag um immerhin noch minus 30 Grad. Der Luftdruck ist auf dem Roten Planeten hundert Mal so niedrig wie auf der Erde.

Nun geht es an die Auswertung

Nun sind die Forscher damit beschäftigt, die ersten Mars-Aufnahmen, die Phoenix geschossen hat, auszuwerten. "Wir können Risse in den Mulden auf dem Planeten erkennen, was vermuten lässt, dass das Eis die Oberfläche weiterhin verändert", sagte Smith. "Wir sehen auch frische Risse." Ob das jedoch bedeutet, dass es tatsächlich so etwas wie Leben auf dem Mars gibt, bleibt abzuwarten.

nis/AP/AFP/DPA / AP / DPA
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