Missglückte Mission Nasa-Sonde abgestürzt


Die Nasa-Sonde "Genesis" mit wertvollen Sonnenwindpartikeln an Bord ist über dem US-Bundesstaat Utah zu Boden gestürzt. Sie sollte in einer spektakulären Aktion von zwei Stuntmen "eingefangen" werden.

Eine Nasa-Sonde mit wertvollen Sonnenwindpartikeln an Bord ist am Mittwoch in den Wüstenboden des US-Bundesstaats Utah gestürzt. Die Fallschirme, die den Flug der Sonde zur Erde abbremsen sollten, hatten sich nicht geöffnet. Daher konnte der eigens für diesen Einsatz trainierte Hollywood-Stuntman Dan Rudert die Kapsel nicht wie geplant mit Hilfe einer spektakulären Hubschrauber-Aktion einfangen und sanft zur Erde bringen. Die ganze Mission hatte mehr als 260 Millionen Dollar (214 Millionen Euro) gekostet. Die Raumfahrtsonde "Genesis" hatte in einer mehr als drei Millionen Kilometer langen Reise Sonnenwindpartikel im All eingefangen.

Kapsel war auf harten Aufprall nicht vorbereitet

Ob die Kollektoren mit den Sonnenwindpartikeln den Sturz überstanden haben, konnten Wissenschaftler zunächst nicht sagen. "Die Kapsel war für einen solchen Aufprall nicht ausgerichtet", räumte Chris Jones vom JPL-Labor in Pasadena (Kalifornien) schwer enttäuscht im Nasa-Fernsehen ein. Jones war am US-Stützpunkt Dugway Proving Ground südwestlich von Salt Lake City, wo die Kapsel eigentlich in der Luft aufgefangen werden sollte.

Die rund 210 Kilogramm schwere Kapsel in Form einer fliegenden Untertasse hatte sich bei dem Aufprall tief in den Sand gebohrt. Eine Bergung war zunächst nicht möglich, weil Experten eine Explosion des fehlerhaften Fallschirmmechanismus fürchteten. Nasa-Wissenschaftler nahmen die Absturzstelle aus der Distanz in Augenschein. "Wir haben Anzeichen, dass in der Kapsel etwas schief ging", sagte Jones. Die Raumfahrtsonde "Genesis" habe sie zuvor wie geplant einwandfrei abgestoßen.

Herbe Enttäuschung für die Nasa

Für die Nasa war der Sturz eine herbe Enttäuschung. Es war das erste Mal seit mehr als 30 Jahren, dass eine Raumsonde Material aus dem Weltall zur Erde bringen sollte. "Genesis" war im August 2001 gestartet und sammelte mehr als 800 Tage lang winzigen Sonnenwindpartikel ein. Die Nasa erwartete nur eine Ausbeute von wenigen Milligramm, "wie ein paar Salzkörner", hieß es. Von den Partikeln erhofften sich Wissenschaftler Aufschluss über die Entstehung der Planeten.

Nach Plan hätten sich an der Kapsel in 33 Kilometern Höhe Fallschirme geöffnet, um den Fall abzubremsen. In etwa 1 200 Metern Höhe sollte der Hubschrauber-Stuntpilot die Kapsel dann mit einem Haken einfangen. Probeläufe mit einer Attrappe hatten in den vergangenen Monaten ausnahmelos geklappt. Ohne Fallschirme stürzte die Sonde für einen Rettungsversuch aber viel zu schnell zur Erde.

DPA


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