HOME

Neue Satellitenfotos: Mars ist heller als gedacht

Bisher dachten Forscher, dass der Marsboden ausschließlich aus dem dunklen Gestein Basalt bestehen würde. Ein Irrtum, wie sich nun zeigt. Ursache dafür ist eine besondere Gesteinsform.

Der Marsboden ist heller als bislang angenommen. Das zeigen zwei unabhängige Analysen von Aufnahmen der Raumsonde "Mars Reconnaissance Orbiter", die seit sieben Jahren um den Planeten kreist. Der Boden des Roten Planeten enthält demnach vielerorts Feldspat-reiche Minerale, wie sie zuvor nur auf der Erde und auf dem Mond entdeckt worden sind. Darüber berichten Wissenschaftler im britischen Fachblatt "Nature Geoscience". Bisher waren Forscher davon ausgegangen, dass der Marsboden fast ausschließlich aus dem dichtem, dunklen Gestein Basalt besteht.

Die Gruppen um James Wray vom Georgia Institute of Technology (USA) und um John Carter von der Europäischen Südsternwarte Eso in Chile hatten mit einem Infrarot-Spektrometer an Bord der Raumsonde mehrere Marsregionen ausfindig gemacht, die Feldspat-reiches, leichteres Gestein besitzen. Die Entdeckung zeige, dass es sich bei dem kürzlich vom Marsrover "Curiosity" aufgespürten hellen Gestein vermutlich nicht um ein isoliertes Vorkommen handele. Das wiederum lege nahe, dass es auf dem jungen Mars eine viel umfangreichere Magma-Aktivität gab als bislang angenommen. Denn Feldspat ist normalerweise das Produkt komplexer Magma-Prozesse.

Auf dem Mars, von dem anders als von der Erde keine Plattentektonik bekannt ist, gibt es kaum Hinweise auf eine wesentliche Magma-Evolution, im Zuge derer etwa durch wiederholtes Aufschmelzen und Kristallisieren leichteres, Feldspat- und Kieselerde-reiches Gestein entsteht. Solches "felsische" Gestein bildet den wesentlichen Teil der Erdkruste. Die Entdeckung von felsischem Gestein durch den Marsrover hatte die Forscher daher überrascht. Der Fund großer Regionen mit Feldspat-reichem Gestein könne nun möglicherweise helfen, die Herkunft der "Curiosity"-Funde zu klären, schreibt Briony Horgan von der Arizona State University in einem "Nature"-Begleitkommentar.

Die Raumfahrtbehörde Nasa startet am Montag eine neue Mission zur Erkundung der Mars-Atmosphäre. Die 2,45 Tonnen schwere Sonde "Maven" soll vom Raumfahrtbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida an Bord einer Atlas V410-Rakete ins All gebracht werden. Während ihres einjährigen Einsatzes soll sie in einer Höhe von 6000 Kilometern um den Mars kreisen und sich dabei dem Roten Planeten mehrfach bis auf 125 Kilometer Entfernung nähern. Von der "Mars Atmosphere and Volatile Evolution"-Mission (Maven) erhoffen sich die Forscher Erkenntnisse darüber, wie die Atmosphäre des Planeten so dünn und kalt werden konnte, dass sie kein Leben auf der Oberfläche mehr erlaubte.

vim/DPA/AFP / DPA
Themen in diesem Artikel