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Partielle Mondfinsternis: Roter Mond scheint über Mitteleuropa

Gut vier Fünftel des Mondes werden in der Nacht vom 16. auf den 17. August verdeckt sein: Gegen halb zehn tritt der Mond in den Kernschatten der Erde. Der Blick auf das Himmelsschauspiel dürfte im größten Teil Deutschlands ungetrübt sein.

Gerade mal zwei Wochen nach der partiellen Sonnenfinsternis können Himmelsgucker das nächste astronomische Schauspiel beobachten: In der Nacht von Samstag (16. August) auf Sonntag verfinstert sich ein Großteil der Vollmondscheibe. Bei wolkenlosem Himmel ist die partielle Mondfinsternis in ganz Mitteleuropa gut zu verfolgen. Die spektakulärste Phase des Ereignisses beginnt am Samstagabend gegen 21.30 Uhr und endet nach gut drei Stunden. Auf dem Höhepunkt der Finsternis - kurz nach 23.00 Uhr sind gut vier Fünftel der Mondscheibe vom Erdschatten bedeckt. Dieser Teil des Mondes leuchtet dann in düsterem Rot.

Bei einer Mondfinsternis steht unser Planet auf einer geraden Linie zwischen Sonne und Mond - der Vollmond taucht also in den Schatten ein, den die von der Sonne angestrahlte Erde ins Weltall wirft. Bei einer Sonnenfinsternis ist es umgekehrt: Dann zieht der Neumond von der Erde aus gesehen vor der Sonnenscheibe vorbei, wirft also seinen Schatten auf unseren Planeten. Das Ergebnis ist je nach Beobachtungsort auf der Erdoberfläche eine teilweise, selten auch eine totale Verfinsterung der Sonne.

Eintritt in den Kernschatten

Die bevorstehende Mondfinsternis beginnt am Samstag um 20.23 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit, wenn der Vollmond zunächst in den Halbschatten der Erde eintritt. Für Beobachter spannend wird es jedoch erst ab 21.36 Uhr, wenn der Erdtrabant vom dunklen Kernschatten unseres Planeten erfasst wird. In den folgenden gut eineinhalb Stunden breitet sich der Schatten nach und nach über weite Teile der Mondscheibe aus, bis um 23.10 Uhr gut 80 Prozent des Mondes in den Erdschatten eingetaucht sind. Dann steht der Mond als schmale Sichel am Himmel - nur noch der nördlichste Teil des Erdtrabanten erstrahlt in vollem Licht.

Danach hellt sich die Mondscheibe wieder langsam auf, bis der Mond etwa um 00.45 Uhr am Sonntag den Kernschatten wieder vollständig verlassen hat.

Kleiner Wermutstropfen für Astronomiefans: Bei der kommenden Finsternis steht der Mond im Sternbild Steinbock leider ziemlich tief über dem Südosthorizont. Eine totale Verfinsterung des Mondes wie zuletzt im Februar wird es am Wochenende nicht geben, denn der Erdbegleiter taucht nicht komplett in den Kernschatten ein. Doch selbst dann würde der verfinsterte Mond nicht vollständig schwarz erscheinen, was mit der Brechung des Sonnenlichts in der Erdatmosphäre zusammenhängt. Dabei wird langwelliges rötliches Restlicht in den Kernschatten gelenkt - der Mond leuchtet daher bräunlich bis orangerot.

Die Legende vom hungrigen Himmelsdrachen

Dass eine Mondfinsternis nicht jedesmal bei Vollmond auftritt, ist auf die leichte Neigung der Mondbahn gegen die Ekliptik - die Ebene der Erdbahn - zurückzuführen. Wegen dieser Neigung von rund fünf Grad wandert der Mond auf seiner Bahn um die Erde meist ober- oder unterhalb am Erdschatten vorbei. Nur wenn der Vollmond exakt in einem der beiden Schnittpunkte von Mondbahn- und Erdbahnebene steht, wird er vom Erdschatten erfasst. Diese Schnittpunkte nennt man Drachenpunkte - in Anlehnung an die chinesische Mythologie: Beim Anblick einer Finsternis glaubten die Menschen im alten China, dass ein Himmelsdrache das Gestirn verschlingt.

AFP / AFP
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