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Problem auf der ISS: Urin-Recycling klappt nicht

Eigentlich soll eine Anlage Urin, Schweiß und Kondenswasser aus der Atemluft der Bewohner der Internationalen Raumstation zu Trinkwasser aufbereiten. Doch das Gerät funktioniert auch nach mehreren Reparaturversuchen nicht. Möglicherweise muss die "Endeavour"-Crew deshalb länger im All bleiben.

Vor dem letzten Testlauf hatten Astronauten Gummi-Puffer an einer Zentrifuge im Destillationsteil der Urin-Recyclinganlage ausgebaut. Dadurch sollten Vibrationen vermindert werden, in denen man die Ursache für die Funktionsstörung vermutet. Anschließend lief die High-Tech-Anlage zwar länger als zuvor, schaltete sich dann aber nach dreieinhalb Stunden wieder selbstständig ab. Bei den zwei vorangegangenen Testläufen war bereits nach zwei Stunden Schluss.

Wie ISS-Kommandant Mike Fincke der Bodenkontrolle meldete, konnte das Gerät während des dritten Testlaufs in der Nacht zum Montag rund 3,8 Liter Urin aufbereiten. Nasa-Wissenschaftler suchten weiter fieberhaft nach der Ursache für die Funktionsstörung, in der Hoffnung, das Gerät bis zum Abflug der an der ISS angedockten US- Raumfähre "Endeavour" am Donnerstag zum Laufen zu bringen. Notfalls könnte der Shuttle auch einen Tag länger bleiben, hieß es bei der Nasa.

Für eine Erweiterung der Station muss die Anlage laufen

Die "Endeavour" soll Proben aus der Urin-Recyclinganlage mit zur Erde bringen, die dann von Wissenschaftlern untersucht werden sollen. In frühestens drei Monaten könnte das durch die Maschine gewonnene Wasser dann zum Trinken freigegeben werden - immer vorausgesetzt, dass die Anlage rechtzeitig funktioniert. Die Gewinnung von Trinkwasser in der Station ist eine Voraussetzung für die geplante Erweiterung der ISS-Besatzung: Ab Mai sollen sich dort sechs Bewohner dauerhaft aufhalten können, bislang sind es drei.

Am Montag steht für die Shuttle-Astronauten noch ein vierter und letzter Außenbordeinsatz auf dem Programm. Dabei soll ein Drehgelenk an einem der Solarflügel, die die ISS mit Strom versorgen, gewartet werden. Bei den vorangegangenen drei Weltraumspaziergängen hatten sich die Astronauten Heidemarie Stefanyshyn-Piper und Steve Bowen um das defekte Drehgelenk eines anderen Sonnensegels gekümmert. Die Reparatur war bis Samstag weitgehend abgeschlossen. Nur eine letzte Halterung an dem Flügel soll am Montag noch ausgetauscht werden.

DPA / DPA
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Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?