Raumfahrt Chinesen wollen durchs All spazieren


Der Start ist geglückt: An diesem Wochenende soll der erste chinesische Astronaut einen 30-minütigen Weltraumspaziergang wagen. Die Nasa plagen dagegen vor dem nächsten Start ins All Probleme.

Zum dritten Mal seit 2003 hat China am Donnerstag erfolgreich ein bemanntes Raumschiff in eine Erdumlaufbahn gebracht. Die Trägerrakete vom Typ "Langer Marsch 2F" mit der Raumkapsel "Shenzhou 7" an der Spitze hob um 21.00 Uhr Ortszeit vom Raumfahrtzentrum nahe der Stadt Jiuquan im Nordwesten des Landes ab. Es ist das erste Mal, dass sich drei Astronauten an Bord befinden, der Flug soll drei bis vier Tage dauern.

Zur Vorbereitung des ersten Weltraumspazierganges eines chinesischen Astronauten änderte das Raumschiff am Freitagmorgen seine elliptische Umlaufbahn und umrundet seither kreisförmig in 343 Kilometer Höhe die Erde. Allein der Zusammenbau des 120 Kilogramm schweren und umgerechnet 20 Millionen Euro teuren Raumanzuges dauert 15 Stunden. Die drei Raumfahrer Zhai Zhigang, Jing Haipeng, und Liu Boming sind alle Kampfpiloten.

Der Außenbordeinsatz von Taikonaut Zhai Zhigang ist entgegen ersten Berichten in chinesischen Medien aber nicht am Freitag, sondern abhängig vom Verlauf der nötigen Vorbereitungen erst am Samstag oder Sonntag geplant. Chinas Staatsmedien nannten den geplanten 30-minütigen Spaziergang im Weltraum die bislang "ehrgeizigste und riskanteste Aufgabe" in der jungen chinesischen Raumfahrtgeschichte. Bei einem Erfolg würde China nach den USA und Russland die dritte Nation der Erde, die einen Astronauten auf einen Einsatz außerhalb eines Raumschiffes geschickt hat. Das Vorhaben dient den Plänen Chinas, bis 2020 eine Raumstation zu bauen.

Shuttlestart verschoben

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa derweil hat einen geplanten Flug der Raumfähre "Atlantis" zum Weltraumteleskop "Hubble" verschoben. Der ursprünglich ab dem 10. Oktober geplante Start könne frühestens am 14. Oktober stattfinden. Grund sei der Hurrikan "Ike", der Mitte des Monats die US-Golfküste getroffen und zu einer vorübergehenden Schließung des Johnson Space Centers in Houston geführt hatte. Dadurch lägen die Vorbereitungen für den Flug eine Woche im Rückstand. Auch der Flug des Shuttles "Endeavour" zur Internationalen Raumstation ISS wurde um vier Tage auf den 16. November verschoben.

Die "Atlantis"-Besatzung soll beim vierten und letzten Flug zu "Hubble" Wartungsarbeiten an dem 1990 in die Umlaufbahn gebrachten Weltraumteleskop durchführen. Mit den Arbeiten soll die Lebensdauer von "Hubble" um bis zu zehn Jahre verlängert werden. Sein Nachfolger, das "James Webb Space Telescope" soll spätestens 2013 ins All gebracht werden.

DPA/AP/AFP AP DPA

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