US-Raumfähre "Endeavour" Muss "Endeavour" gespachtelt werden?


Die beschädigte Raumfähre "Endeavour" bleibt länger im All als geplant und wird eventuell repariert. Seit dem "Columbia"-Unglück geht die Nasa kein Risiko mehr ein. Volker Sobick vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt erläutert, warum dieser Fall dennoch nicht mit "Columbia" verglichen werden kann.

Wie die Nasa mitteilte, überträgt die SSPTS (Station-to-Shuttle Power Transfer System) genannte Technik Energie von der Internationalen Weltraumstation (ISS) zur Raumfähre. Das System ermöglicht einen sehr viel längeren Aufenthalt des Shuttle im All. Zudem sei für diesen Freitag (17. August) ein vierter Außeneinsatz vorgesehen. Den Angaben zufolge werden die sieben Astronauten nun am 22. August zur Erde zurückkehren. Ihre Mission war zunächst auf elf Tage angesetzt.

Nächster Außeneinsatz steht bevor

An diesem Montag um 17.31 Uhr (MESZ) sollen die beiden Astronauten Dave Williams und Rick Mastracchio zu ihrem zweiten Außeneinsatz ins All. Ihre Hauptaufgabe besteht nach Angaben der Nasa darin, ein beschädigtes Gyroskop auszutauschen. Es ist für die Kurs- Stabilisierung der ISS verantwortlich. Insgesamt habe die Weltraumstation vier dieser Geräte an Bord.

Der erste Außeneinsatz der beiden Astronauten der "Endeavour" war am Samstagabend nach sechs Stunden und 17 Minuten erfolgreich abgeschlossen worden. Bei der über sechsstündigen Aktion montierten Rick Mastracchio und Dave Williams ein tonnenschweres Verbindungsteil für ein Solarmodul an der Internationalen Raumstation ISS. Während die Raumfahrer im All arbeiteten, schaltete sich urplötzlich der Haupt-Kontrollrechner der Raumstation ab. Sofort wurden laut Raumfahrtbehörde Nasa zwei bordeigene Ersatzcomputer aktiviert, die die Arbeit des Hauptrechners übernahmen. Es habe keine Gefahr für die Crew bestanden, hieß es. Wie es zu der Panne kam und ob sie behoben werden kann, blieb indes unklar.

Reparatur notwendig?

Am Sonntag hatte die "Endeavour"-Besatzung mit einer Spezial- Kamera sowie einem Lasergerät einen Schaden an dem Hitzeschild der Raumfähre überprüft. Über die Ergebnisse der Überprüfung wurde zunächst nichts bekannt. Die Auswertung von Kontrollfotos nach dem Andocken der "Endeavour" an die ISS hatten einen etwa 7,5 Zentimeter mal 7,5 Zentimeter und in der gesamten Tiefe von 2,5 Zentimetern großen Defekt an einer der hitzebeständigen Kacheln an der Unterseite der Raumfähre gezeigt.

Die Nasa ist auf besondere Vorsicht bedacht, seit das Shuttle "Columbia" 2003 beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verglühte. Die "Endeavour" liefert Baumaterial, Ausrüstung und Verpflegung für die ISS. Zu der siebenköpfigen Besatzung gehört auch die ehemalige Lehrerin Barbara Morgan, die für einen Flug mit dem 1986 verunglückten Shuttle "Challenger" ausgebildet worden war.

DPA/Reuters

Infografik: Der Space-Shuttle


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