US-Space-Shuttle "Endeavour" koppelt an ISS an


Am Mittwochmorgen ist das US-Space-Shuttle "Endeavour" an der Internationalen Raumstation ISS angekommen - an Bord eine fast zwei Tonnen schwere Aussichtskuppel. In der Nacht zum Freitag sollen die Astronauten mit den Außenarbeiten beginnen.

Nach zweitägiger Reise hat das US-Space-Shuttle "Endeavour" an der Internationalen Raumstation ISS angedockt. Das Manöver gelang am Mittwochmorgen pünktlich um 6.06 Uhr deutscher Zeit. Kurz zuvor machte die Raumfähre einen "Rückwärts-Salto", damit Bilder vom Hitzeschild aufgenommen werden konnten, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa mit. Spezialisten suchen auf den Bildern nach möglichen Schäden. Viel Zeit zum Verschnaufen bleibt den sechs Astronauten an Bord des Shuttles nicht: Bereits für die Nacht zum Freitag ist der erste von insgesamt drei Außeneinsätzen im All geplant.

Vier Einsätze sind noch geplant

Es handelt sich um den fünftletzten Einsatz eines Shuttles: Im Herbst sollen die "Arbeitspferde" der Nasa nach rund einem Vierteljahrhundert Dienst eingemottet werden. Die "Endeavour" hat das letzte größere Modul zum Ausbau der ISS an Bord. Bei dem Bauteil namens "Tranquility" handelt es sich um eine Aussichtskuppel mit sieben Fenstern. Sie bietet den Langzeitbewohnern der ISS zusätzlichen Platz und verfügt über Systeme zur Aufbereitung von Wasser und zur Herstellung von Sauerstoff. Die Kuppel ist eineinhalb Meter lang, misst drei Meter im Durchmesser und wiegt fast zwei Tonnen. Fensterläden sollen das Spezialglas vor Meteoriteneinschlägen schützen, wenn niemand die Kuppel nutzt.

Beim ersten Ausstieg sollen die Astronauten Robert Behnken und Nicholas Patrick mit der Installation des Moduls beginnen. Der "Weltraumspaziergang" soll rund sechseinhalb Stunden dauern. Sind die Arbeiten an "Tranquility" abgeschlossen, ist die Raumstation zu etwa 90 Prozent komplett.

Im September sollen die Raumfähren außer Dienst gestellt werden. Dann wird die bemannte Raumfahrt der USA eine Pause einlegen. Die neue Raumfähre "Orion" dürfte frühestens 2015 einsatzbereit sein. In der Zwischenzeit sollen russische Sojus-Raketen den Shuttle-Betrieb ins All vollständig übernehmen.

DPA/AFP DPA

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