Vulkanausbrüche Über den Mars trieben Aschewolken


Aschewolken sind kein rein irdisches Problem. Auch über den Mars sorgten sie schon für Wirbel, berichten Forscher. Das Beweisbild hat die Sonde "Mars Express" geliefert.

Vom Wind verwehte Vulkanasche, wie beim Eyjafjallajökull in Island, gibt es nicht nur auf der Erde sondern auch auf dem Mars. Entsprechende Ablagerungen hielt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit einer Kamera der Esa-Raumsonde "Mars Express" fest. Auf den Bildern seien Ascheflächen in mächtigen Einschlagkratern von Meteoriten oder Asteroiden und in deren Windschatten zu sehen, teilte die DLR mit. Die Aschereste wurde an drei Stellen in der Region Meridiani Planum erfasst.

Meridiani Planum ist eine ausgedehnte Ebene im nördlichen Tiefland des Roten Planeten. Mit einem Teleskop ist sie selbst noch von der Erde aus durch eine dunkle Färbung zu erkennen. Das Gebiet ist mit 8000 Quadratkilometer etwa so groß wie die Mittelmeerinsel Zypern.

Die deutlichste Ablagerung ist in einem 50 Kilometer großen und etwa 1700 Meter tiefen Einschlagkrater zu erkennen, auf dessen Boden sich dunkelrot bis dunkelgrau gefärbtes Material befindet. Wahrscheinlich sei das Vulkanasche aus dunklen Mineralien, wie etwa die eisen- und magnesiumreichen Silikate Olivin und Pyroxen, meinen die Forscher. Weitere Verwehungen wahrscheinlich mit Asche aus anderen Regionen sind in einem nur 15 Kilometer großen Krater zu erkennen und in dessen Windschatten.

Ascheverwehungen auf dem Mars seien schon länger bekannt, sagte der Planetengeologe Ulrich Köhler. Die Bilder zeigten aber sehr deutlich, dass der Wind die Aschewolken auf dem Mars weitergetrieben hat, ähnlich wie auf der Erde. Die Forscher machten diese Entdeckung zufällig im Zuge der seit 2005 laufenden Kartierung des Planeten. Die Vulkane auf dem Mars sind laut DLR nicht mehr aktiv.

DPA DPA

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