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Weltraum: Nasa-Sonde auf dem Mond versenkt

Mission beendet: Zwei Geschosse sind am Freitag im Abstand von wenigen Minuten mit einer Geschwindigkeit von 9000 Kilometern in der Stunde in einem Mondkrater eingeschlagen. Die erwartete Staubwolke blieb allerdings aus.

Die Nasa-Sonde LCROSS ist am Freitag wie geplant auf den Mond gestürzt. Kurz nach 13.30 Uhr deutscher Zeit schlug zunächst die zwei Tonnen schwere Raketenstufe Centaur als rund 9000 Kilometer pro Stunde schnelles Geschoss in den eisigen Mondkrater Cabeus ein. Wenige Minuten später folgte die Sonde selbst. Von der angekündigten bis zu zehn Kilometer hohen Staubwolke, die auch von der Erde aus noch zu sehen sein sollte, war aber nichts zu erblicken. Auch die Nasa konnte zunächst nicht die versprochenen Bilder von dem Einschlag liefern. Die Sonde LCROSS, die der Raketenstufe folgte, lieferte mit ihren fünf Kameras und vier anderen Instrumenten zwar ständig neue Daten und auch Bilder, wie sie immer näher auf den Mondkrater zuflog - nur von einer Staubwolke gab es keine Spur. Die US-Raumfahrtbehörde meldete aber einen erfolgreichen Abschluss der Mission. Nun müssten die Daten ausgewertet werden.

Temperaturen von bis zu minus 240 Grad

Mit der Mission möchte die Nasa Wasser auf dem Mond nachweisen. Das Centaur-Geschoss sollte eine kilometerhohe Staubwolke aufwirbeln. Die vier Minuten später nachfolgende Sonde sollte deren Zusammensetzung messen und die Daten zur Erde funken. Ob sich in dem Mondstaub vom Kraterboden Wasser befindet, wird die Datenauswertung zeigen. Indirekte Hinweise auf gefrorenes Wasser gab es bereits.

Die Nasa hatte für den Einschlag einen dauerhaft finsteren Krater am Südpol des Mondes ausgewählt, dessen Boden nie ein Sonnenstrahl erreicht. Experten schätzen, dass die Temperaturen am Boden solcher Mondschlunde bis zu minus 240 Grad Celsius betragen. In diesen dauernd tiefgekühlten Regionen vermuten die Forscher Wassereis.

Die Sonde LCROSS war am 18. Juni zusammen mit dem Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO), der nun den Mond umkreist, an Bord einer Atlas-Rakete gestartet und vier Monate durch den Weltraum gereist. Die LCROSS-Mission hat drei Jahre Vorbereitungszeit und 79 Millionen Dollar (knapp 54 Millionen Euro) an Investitionen gekostet.

DPA/AP / AP / DPA
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