Weltraum Raumfahrer-Söhne treffen sich auf der ISS


Erstmals in der Geschichte der Raumfahrt sind sich im Kosmos die Söhne zweier Raumfahrer begegnet: US-Weltraumtourist Richard Garriott und der russische Kosmonaut Sergej Wolkow. Garriots Ausflug könnte auch aus anderem Grund historisch sein: Vielleicht ist er der letzte Weltraumtourist auf der ISS.

Der als Computerspiel-Erfinder reich gewordene Garriott bleibt zehn Tage auf der ISS. Er hat für die Verwirklichung seinen Lebenstraums 22 Millionen Euro gezahlt. Garriott eifert seinem Vater Owen nach, der 1973 und 1983 für die Nasa ins All flog. Die Astronauten-Väter verkündeten auf einer Pressekonferenz bei Moskau im Scherz, auch sie wollten noch mal ins All starten, dieses Mal gemeinsam.

Nach dem Bilderbuchstart am Sonntag vom kasachischen Weltraumbahnhof Baikonur verlief auch das Andockmanöver des Sojus- Raumschiffes an die Raumstation reibungslos. Gemeinsam mit Garriott flogen der russische Kosmonaut Juri Lontschakow und US-Astronaut Michael Fincke zur ISS. Die beiden Profis hatten zuvor bereits ISS- Erfahrung gesammelt und werden als 18. Langzeitbesatzung bis zum Frühjahr auf der Station bleiben.

Roskosmos verspricht reibungslose Rückkehr

Wenngleich es in einer Sojus-Kapsel eng ist wie in einer Sardinenbüchse, überstand der Weltraumlaie Garriott die Reisestrapazen klaglos. Er sei als letzter der drei Raumfahrer durch die Schleuse in die ISS geschwebt, sehe bestens aus und lächele unentwegt, berichtete ein Sprecher der Flugleitzentrale bei Moskau. Nach eineinhalb Wochen auf der Station kehren Garriott und Wolkow gemeinsam mit dem Russen Oleg Kononenko am 24. Oktober zur Erde zurück.

Die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos sicherte zu, dass die nächste Rückkehr einer Sojus-Kapsel reibungslos verlaufen werde. Die beiden letzten Langzeitbesatzungen waren wegen technischer Probleme mit den Sojus-Kapseln hart in der kasachischen Steppe aufgeschlagen.

Die neue Langzeitbesatzung bleibt 175 Tage im All. Die Mission soll planmäßig die letzte sein, die als Trio arbeitet. Ab Frühjahr sollen sechs Raumfahrer ihren Dienst in der Schwerelosigkeit ausüben.

Es könnte sein, dass mit dem sechsten Weltraumtouristen Garriott die Ära der wohlhabenden ISS-Gäste zu Ende geht, weil alle Plätze in den Sojus-Raumschiffen künftig mit Raumfahrt-Profis belegt sein werden. Roskosmos teilte mit, dass der Duma-Abgeordnete und Unternehmer Wladimir Grusdew wohl darauf verzichten muss, im Herbst als erster russischer Weltraumtourist in die Umlaufbahn zu starten. An seiner Stelle solle ein ausgebildeter Kosmonaut aus Kasachstan zur ISS fliegen, hieß es im Flugleitzentrum bei Moskau.

DPA DPA

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