HOME

Raumfahrt-Mission "Luna-27": Russland und EU fahnden nach Wasser auf dem Mond

Während sich auf dem politischen Parkett die Fronten zwischen Russland und der EU jüngst wieder verhärtet haben, will man im Weltall gemeinsame Sachen machen. Langzeit-Ziel ist ein Lager auf dem Mond.

Der Mond erscheint am 28.09.2015 in Hamburg in rotem Licht neben dem Denkmal eines Segelschiffes.

"Luna-27" wird als ein erster Schritt auf dem Weg zur Errichtung einer permanenten Mondbasis erachtet

Russland und die europäische Raumfahrtagentur Esa planen eine gemeinsame Mission zur Suche nach Wasser auf dem Mond. Bei dem für 2020 geplanten Projekt "Luna-27" soll eine spezielle Sonde auf dem Südpol des Erdtrabanten landen, teilte James Carpenter von der Esa am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur in Paris mit. Die Esa leiste - als "Juniorpartner" - etwa Hilfe bei der Navigation.

In Moskau hieß es, das Projekt solle auch ein erster Schritt werden für den Aufbau einer ständigen Basis. "Auf dem Mond existieren fast alle Ressourcen, die auch auf der Erde gefunden wurden", sagte der Wissenschaftler Igor Mitrofanow. Bei "Luna-27" handele es sich im Grunde um die Fortsetzung eines sowjetischen Programms von 1976.

Raumfahrt als "Brückenbauerin" gepriesen

Das Projekt sei "technologisch weit fortgeschritten und gut vorbereitet", meinte ein Mitarbeiter der deutschen Raumfahrtbranche, der namentlich nicht genannt werden wollte. "Der Südpol des Mondes ist unerforscht. Niemand war dort. Die Kooperation der Esa mit der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos ist gut etabliert."

Europas Raumfahrtchef Jan Wörner hatte sich vor kurzem trotz der aktuellen Ost-West-Krise für eine enge Zusammenarbeit mit Russland ausgesprochen. "Gerade in Zeiten irdischer Krisen ist die Raumfahrt als Brückenbauer aktiv", sagte der Esa-Generaldirektor.

lst/ DPA
Themen in diesem Artikel