"Sexappeal"-Studie Es kommt nicht nur auf die Größe an


Sexappeal ist nicht unbedingt eine Frage der Körpermaße, zeigt eine neue amerikanische Studie. Ein femininer Hüftschwung kann genauso beeindrucken wie etwa eine Wespentaille.

Sexappeal lässt sich nicht auf Körpermaße wie breite Schultern oder eine Wespentaille reduzieren: Sich mit femininem Hüftschwung bewegende Frauen wirken attraktiver als solche, die machohaft ihre Arme bewegen, haben amerikanische Forscher in Tests an geschlechtslosen Trickfilmfiguren gezeigt. Nach den Ergebnissen ist die Wahrnehmung von Attraktivität komplexer ist als bisher angenommen, denn den sozialen Informationen kommt dabei eine wichtige Rolle zu.

Ein Mensch wirkt demnach besonders attraktiv, wenn seine Bewegungen und sein Verhalten zu seinem Äußeren und zu seinem biologischen Geschlecht passen, schreiben Kerri Johnson von der Universität New York und Louis Tassinary von der A&M-Universität im texanischen College Station. Sie veröffentlichen ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift "PNAS".

In Johnsons und Tassinarys Studie bewerteten freiwillige Teilnehmer die Attraktivität von computeranimierten Trickfilmfiguren. Die schlichten, menschenähnlichen Charaktere waren nicht als Frauen oder Männer zu identifizieren und unterschieden sich lediglich im Verhältnis von Taillen- zu Hüftumfang und in ihrer Art, sich zu bewegen. Als attraktiv bewerteten die Probanden einerseits Figuren mit enger Taille und breiter Hüfte, die sie beim Gehen seitlich schwangen, und andererseits Figuren mit gleichem Taillen- und Hüftumfang, die in stolzem Gang die Schultern vor- und rückwärts bewegten.

Schönheitsideal gilt nicht in allen Kulturkreisen

In vielen westlichen Gesellschaften werden Frauen mit so genannter Wespentaille von Männern bevorzugt, wie frühere Forschungsarbeiten zeigten. Dieses Verhalten hat sich einer Hypothese zufolge in der Evolutionsgeschichte herausgebildet, weil die Körperform auf Gesundheit und Fruchtbarkeit der Frau hinweise. Das Schönheitsideal gilt jedoch nicht in allen Kulturkreisen, weshalb die Theorie stets umstritten war. Johnson und Tassinary zeigen nun, dass sich Schönheitsideale nicht mit einfachen Formeln wie dem Taillen-Hüft-Verhältnis messen lassen. Zur Attraktivität trage auch bei, sich den kulturellen Vorstellungen von Weiblichkeit und Männlichkeit entsprechend zu verhalten, sagen die Wissenschaftler.

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