Ägypten Hatschepsut, die Pharaonin mit Bart

Anhand eines Zahns haben ägyptische Wissenschaftler mittels DNA-Analyse die Mumie der ägyptischen Königin Hatschepsut identifiziert. Obwohl sie mehr Macht als Kleopatra und Nofretete hatte, musste sie als weiblicher Pharao bestimmte Zugeständnisse machen.

Die ungewöhnliche Frau trug während ihrer Herrschaft im 15. Jahrhundert vor Christus einen künstlichen Bart, kleidete sich wie ein Mann und bezeichnete sich als Pharao.

Mumie bereits vor über 100 Jahren entdeckt

Trotz ihres eigenwilligen Auftretens besaß sie Experten zufolge mehr Macht als Kleopatra und Nofretete. Die Mumie war 1903 im Tal der Könige entdeckt worden, aber erst vor zwei Monaten zur Untersuchung nach Kairo gebracht worden, wie die Behörden am Mittwoch mitteilten. "Wir sind hundert Prozent sicher", sagte der Leiter der ägyptischen Behörde für Altertümer, Sahi Hauass, zur Identität der Mumie.

Hatschepsut soll den Thron ihrem jüngeren Stiefsohn Thutmosis III. entrissen haben. Mit ihrer rund 21-jährigen Herrschaft saß sie bis 1453 vor Christus länger auf dem Thron als jede andere ägyptische Königin ihrer Zeit. Dennoch wurden nach ihrem Tod alle Hinweise auf die Herrschaft vernichtet - die Rache ihres Stiefsohns, wie Wissenschaftler vermuten.

Sie war übergewichtig und krank

Untersuchungen zufolge war die bärtige Königin übergewichtig, starb im Alter von etwa 50 Jahren und litt vermutlich an Diabetes und Leberkrebs. Der entscheidende Zahn für die Identifizierung war in einem Behälter mit einbalsamierten Organen der Königin gefunden worden und passte perfekt in eine Lücke im Kiefer der Mumie.

Außerdem verglichen die Wissenschaftler DNA-Spuren aus ihrer Hüfte und dem Oberschenkelknochen mit Genmaterial von Hatschepsuts Großmutter, Amos Nefreteri. Die vorläufigen Ergebnisse seien "sehr ermutigend", sagte der Molekulargenetiker Jehia Sakaria Gad, der die Mumie untersucht. Die Entdeckung ist jedoch noch nicht von unabhängigen Experten überprüft worden. "Es ist ein schwieriges Verfahren, aber eine Rekonstruktion der DNA von Mumien der 18. Dynastie ist sicher möglich", sagte der Molekularbiologe Scott Woodward, der die Sorenson-Stiftung für molekulare Ahnenforschung in Salt Lake City leitet. Das Grab der Königin Hatschepsut aus Sandstein liegt am Nil in der heutigen Stadt Luxor.

DPA DPA

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