Archäologie 1400 Jahre alte Gürtelschnalle entdeckt


Jahrelang lag sie als unbeachtet im Lager des Landesmuseums für Vorgeschichte in Halle: Jetzt fanden Archäologen heraus, dass sich hinter dem Rostklumpen eine Kostbarkeit versteckt: eine Gürtelschnalle, 1400 Jahre alt und reich verziert.

Eine 1400 Jahre alte Gürtelschnalle aus Eisen und Silber ist im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle entdeckt worden. "Das Stück lag mehr als ein halbes Jahrhundert als unscheinbarer Rostklumpen im Depot", sagte Christian-Heinrich Wunderlich, der Restaurierungswerkstatt des Landesmuseums Sachsen-Anhalt in Halle. Erst auf Röntgenbildern war die aufwendige Verzierung des Stückes aufgefallen. Bei der Restaurierung kam dann die alte Pacht zum Vorschein.

"Das Teil gehörte damals zur gehobenen Ausstattung eines germanischen Waffenträgers der Merowingerzeit", sagte Archäologe Arnold Muhl. Der Künstler aus dem frühen Mittelalter hatte in das Eisen der Schnalle ein engmaschiges Gittermuster aus dünnen Silberfäden eingelegt. "Dabei handelt es sich um ein Schlingbandmotiv mit idealisierter germanischer Tierornamentik", meinte Muhl. Bei den Merowingern war die Technik des Einlegens von Metall, auch Tauschierung genannt, besonders beliebt. "Ein Gürtel bestand aus ganzen Gürtelgarnituren mit 5 bis 20 tauschierten Beschlägen", sagte der Archäologe.

Die Schnalle wurde 1931 im thüringischen Sömmerda als Grabbeigabe gefunden und kam in die Eisensammlung des Landesmuseums nach Halle, die gerade restauriert wird. Sie umfasst rund 2000 Objekte aus Mitteldeutschland und besteht seit fast 100 Jahren.

DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker