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Archäologie in China: Forscher suchen Nachfahren des legendären Cao Cao

Das Grab von Cao Cao, der vor 1800 Jahren über das Königreich Wei herrschte, wollen chinesische Archäologen entdeckt haben. Allerdings gibt es Zweifel an ihrer These. Eine Genanalyse soll den Fall klären.

Vor wenigen Wochen berichteten chinesische Forscher, dass sie das Grab des legendären Kriegsherren Cao Cao in der Provinz Henan unweit des Gelben Flusses entdeckt hätten. Doch viele Experten die Echtheit der Überreste in Frage. Der Historiker Han Sheng versichert beispielsweise, Cao Cao habe 72 Scheingräber einrichten lassen, damit niemand seine letzte Ruhestätte finden kann. Andere vermuten, dass es sich bei den in Stein gravierten Texten aus dem Grab um Fälschungen handelt.

Nun wollen Forscher der Fudan-Universität in Shanghai mit Erbgut-Analysen beweisen, dass der dort ausgegrabene Schädel tatsächlich der des Mannes ist, der von 208 bis 220 das Königreich Wei regierte. "Wir nehmen derzeit DNA-Proben von Cao Caos Nachkommen im ganzen Land", sagt Anthropologie-Professor Li Hui. Die Experten wollen mithilfe hunderter Proben charakteristische Merkmale im Code des Y-Chromosoms ermitteln, das von Vater zu Sohn vererbt wird. "Wenn wir einen DNA-Test an dem ausgegrabenen Schädel vornehmen und die DNA zu der von Caos Nachkommen passt, können wir bestimmen, dass das Grab von Cao Cao ist", sagte Li.

Um die Nachkommen des vor rund 1800 Jahren verstorbenen Herrschers ausfindig zu machen, werden Männer mit den Familiennamen Cao oder Xiahou gesucht. Cao Caos Vater soll zur Familie Xiahou gehört haben. Ob Männer, die heute einen dieser Namen tragen, tatsächlich mit dem legendären Herrscher verwandt sind, darf allerdings bezweifelt werden. Cao Mingxu, ein 22-jähriger Student an der Außenhandelsschule von Shanghai sagte der Zeitung "Shanghai Daily": "Wollen die Forscher damit sagen, ich sei ein Nachfahre von Cao Cao, nur weil ich zufällig Cao heiße?"

Die Legenden um Cao sind chinesisches Volksgut, seine Heldentaten sind in dem Roman "Die drei Reiche" aus dem 14. Jahrhundert verewigt, der als größtes literarisches Werk Chinas gilt. Auch in Opern, Videospielen und Kinofilmen kommt Cao vor.

bub/AFP / AFP
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