Ernährung Jede Minute erblindet ein Kind


Jährlich verhungern über sechs Millionen Kinder in Entwicklungsländern. Viele sterben an den Folgen von Nährstoffmangel. In Deutschland werden die Kinder hingegen immer dicker.

Jährlich verhungern sechs Millionen Kinder unter fünf Jahren. Der Großteil ist jedoch nicht Opfer von Hungernöten, sondern stirbt an den Folgen von chronischem Hunger und Unterernährung. Diese Kinder entwickeln sich nach Information von UNICEF nicht normal, denn Hunger beeinflusst die körperliche und geistige Entwicklung. Insgesamt sind sie anfälliger für Krankheiten, da ihr Immunsystem geschwächt ist. Unterernährten fehlen wichtige Nährstoffe, ohne die der Körper krank wird.

Ernährungsbedingter Vitamin-A-Mangel ist zum Beispiel dafür verantwortlich, dass viele Kinder ihr Augenlicht verlieren. Ohne das Vitamin trocknet die Hornhaut des Auges aus und vernarbt schließlich. Weltweit sind nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) insgesamt 1,5 Millionen Kinder blind. Jedes Jahr erblinden rund 500.000 Kinder neu. Das bedeutet: Pro Minute erblindet ein Kind. Blinde Kinder haben in Ländern der Entwicklungsländer nur sehr geringe Überlebenschancen. Laut der Christoffel-Blindenmission (CBM) sterben sechs von zehn Kleinkindern innerhalb von zwei Jahren nach der Erblindung.

Deutsche Kinder immer dicker

Deutsche Kinder haben im Vergleich dazu Probleme mit Übergewicht - jedes fünfte Kind ist zu dick. Unter den Jugendlichen bringt sogar jeder Dritte zu viel auf die Waage, erklärt Martin Wabitsch von der Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter. Schuld an Übergewicht ist meistens Bewegungsmangel und falsche Ernährung. An Adipositas, der krankhaften Fettsucht, leiden nach Auskunft von Wabitsch mittlerweile "vier bis acht Prozent aller Schulkinder". Adipositas ist nur durch eine entsprechende Therapie zu heilen.

Nach einer Langzeit-Studie des Dortmunder Forschungsinstituts für Kinderernährung (FKE) essen deutsche Kinder zu viel Fett und Süßigkeiten und gleichzeitig zu wenig Obst und Gemüse. "Diese falsche Ernährung beginnt schon beim Familienessen", sagt Mathilde Kersting vom FKE. Trotz ungesunder Ernährung würde der Nachwuchs nicht an Nährstoffmangel leiden. "Dies liegt daran, dass viele Lebensmittel künstlich mit Nährstoffen angereicht sind". Generell sei es laut Kersting aber besser, die Vitamine und Mineralien über pflanzliche Produkte zu sich zu nehmen.

Irena Güttel

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