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Sensationsfund in Großbritannien: Mann entdeckt römische Villa in seinem Garten

Eigentlich wollte er nur ein Stromkabel verlegen: Ein Brite hat in seinem Garten die Überreste einer römischen Villa entdeckt. Sie stammt vermutlich aus dem zweiten Jahrhundert - und ist in einem sensationell guten Zustand. 

Römische Villa

Nach dem Fund einer historischen römischen Villa im britischen Wiltshire werden Ausgrabungen angestellt

Damit seine Kinder auch noch nach Sonnenuntergang in der Scheune Tischtennis spielen können, wollte Luke Irwin ein Stromkabel verlegen: Was der Mann aus dem britischen Wiltshire dabei entdeckte, ist ein Fund von historischer Dimension. Unter dem Boden seiner Scheune endeckte er ein aufwändiges Mosaik, das einst der Boden einer großen römischen Villa war.

Wie die britische Zeitung "Independent" berichtet, versetzt die Entdeckung im britischen Wiltshire Archäologen in Aufregung: "Ich schickte ein Foto an das Council for British Archeology und innerhalb von 24 Stunden  waren sie mit Archäologen vor Ort, um unsere Entdeckung zu begutachten", so Irwin.  Umgehend begannen Experten mit den Ausgrabungen, für sie gab es in den letzten Jahren keinen derart wichtigen Fund.

Forscher stoßen auf Hunderte Austernschalen

Nach mittlerweile acht Tagen haben die Wissenschaftler immer mehr Bereiche einer "außerordentlich gut erhaltenen Villa" freigelegt - eine der größten, die jemals auf der britischen Insel entdeckt wurden. Ihr Alter wird auf den Zeitraum 175 bis 220 nach Christus geschätzt und das Gebäude soll eine Höhe von drei Stockwerken gehabt haben.

Besonders kurios: Die Wissenschaftler entdeckten Hunderte weggeworfene Austernschalen, die schon damals gezüchtet und in Fässern voller Salzwasser ins Landesinnere transportiert wurden - wohl zur Verköstigung einer illustren Gesellschaft.

Villa eines römischen Kaisers ?

Vieles deutet darauf hin, dass die Bewohner der Villa eine Familie von hohem sozialen Status war: Die Forscher entdeckten sehr aufwändige Töpferarbeiten, Broschen, Münzen, sowie zahlreiche Knochen von erlegten Tieren. Laut "Independent" besteht sogar die Möglichkeit, dass es sich bei dem Fund um die Villa eines römischen Kaisers handelte.

"Wir haben eine Reihe von Artefakten entdeckt, die zeigen, wie luxuriös das Leben der Familie war, die die Villa bewohnte", so Dr. David Robert  von der Forschungsbehörde “Historic England“.

Neben der Villa wurde zudem ein gut erhaltener römischer Brunnen, sowie der Steinsarg eines römischen Kindes entdeckt. Die Grabungsstätte sei seit mindestens 1400 Jahren unberührt - und deshalb für die Wissenschaft "extrem wertvoll". Mittlerweile wurde der Grabungsort unter Schutz gestellt.


amt