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Hirnforschung: Männer ignorieren Hunger besser als Frauen

Männer besitzen einen besseren Verdrängungsmechanismen als Frauen - zumindest was das Hungergefühl anbelangt. Forscher fanden heraus, dass Frauen bei dem Versuch, die Gedanken an Essen zu ignorieren, weniger erfolgreich sind als Männer.

Männer unterdrücken ihren Hunger besonders erfolgreich

Männer unterdrücken ihren Hunger besonders erfolgreich

Frauen können zwar wie Männer das subjektive Hungergefühl unterdrücken, in ihrem Hirn aber nagt der Hunger weiter. Das fanden Forscher um Gene-Jack Wang vom Brookhaven National Laboratory in New York heraus. Männer können dagegen durch bewusste Verdrängung Hunger besser unterdrücken, wie die Studie zeigt, die in den "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften erschienen ist.

Für ihre Untersuchung analysierten die Forscher die Aktivität ausgewählter Hirnregionen bei 23 Probanden, davon dreizehn Frauen und zehn Männer. Nach einer Fastenzeit der Testteilnehmer von 17 Stunden wurden die Unterdrückungsmechanismen untersucht: Die Teilnehmer sollten entweder an ihre Lieblingsspeise denken, oder mit Hilfe sogenannter kognitiver Inhibition - also einer bewussten Unterdrückung - ihre Gedanken ans Essen verdrängen. Beim Gedanken an das Lieblingsgericht wurde bei Frauen und Männern nicht nur der Wunsch danach gleichermaßen verstärkt, sondern auch die Gesamtaktivität des Gehirns.

Als die Probanden den Hunger bewusst unterdrücken sollten wurde ebenfalls bei beiden Geschlechtern der Wunsch nach Nahrung verringert. Allerdings drang bei den Frauen dieser Effekt nicht ins Gehirn, sondern es blieb hochaktiv. Bei Männern hingegen nahm durch die Unterdrückung auch die Aktivität der limbischen und paralimbischen Hirnregionen ab. Diese sind unter anderem für Gefühle und Motivation zuständig.

Aus ihren Forschungsergebnissen schließen die Wissenschaftler, dass diese Regionen für die Überwindung des Hungergefühls bedeutsam sind. Sie vermuten, dass ihre Störung Übergewicht und Fettleibigkeit begünstigt. Übergewicht ist einer der Hauptfaktoren für die Entstehung von Herz- Kreislauf-Erkrankungen, Zuckerkrankheit und Gelenkschäden.

DPA / DPA
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