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Junge Forscherin zu Handynutzung: "Smartphones haben einen hohen Suchtcharakter"

Das Smartphone ist immer dabei. Mailen, twittern, surfen - wie viel ist normal, wann beginnt die Sucht? Das untersuchte eine Mainzer Studentin. Experten warnen jedoch vor einem vorschnellen Urteil.

Für junge Leute ist das Smartphone ein ständiger Begleiter. In der Bahn, auf der Straße, sogar bei Treffen mit Freunden ist man online und korrespondiert mit anderen Personen.

Für junge Leute ist das Smartphone ein ständiger Begleiter. In der Bahn, auf der Straße, sogar bei Treffen mit Freunden ist man online und korrespondiert mit anderen Personen.

Schnell mal aufs Smartphone schauen, gerade kommt eine neue Chat-Nachricht - gleich antworten. Das Smartphone ist Teil des Alltags. Wer sich in Bus und Bahn umschaut, sieht viele vertieft in Chat und Mails. Kaum ein Ort bleibt Handy-frei, oft auch nicht das Schlafzimmer. Manch einer nimmt das gute Stück mit auf die Toilette. Doch ist jemand schon süchtig, wenn er im Mobiltelefon nach neuen Botschaften sucht und Mails liest? Die Mainzer Studentin Verena Minge sieht zumindest die Gefahr für eine Sucht. Sie hat für ihre Bachelorarbeit unter dem Titel "Leg' doch mal dein Handy weg" 225 Nutzer befragt, fast drei Viertel davon Studenten.

"Ich wollte beweisen, dass auch das Smartphone Suchtcharakter besitzt", sagt die 25-jährige Pfälzerin. "Der zweite Ansatz war, ob jemand, wenn er schon eine Sucht hat, noch andere Süchte entwickelt." Als sie die Arbeit im vergangenen Jahr schrieb, hatte sie noch kein Smartphone. Ihr war aber schon länger aufgefallen, dass ihre Freunde das Mobiltelefon zur Hand nehmen, wenn sie mit ihr sprechen. Einer ihrer Bekannten sah ständig auf sein Smartphone und war gleich mit mehreren Leuten in Kontakt, als er mit ihr sprach. "Das fand ich sehr schockierend", sagt Minge, die Deutsch, Biologie und Bildungswissenschaften studiert und Lehrerin werden will.

Noch keine anerkannte Krankheit

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen weist darauf hin, dass es weder eine anerkannte Diagnose "Smartphone-Sucht" noch "Internet-Sucht" gibt. Dennoch gebe es Menschen, die das Internet oder Smartphones in problematischer Weise nutzten, sagt Vize-Geschäftsführerin Gabriele Bartsch. "Deswegen sprechen wir auch lieber von problematischem Gebrauch oder exzessiver Nutzung."

Der Fachverband Medienabhängigkeit macht sich dafür stark, dass die Abhängigkeit von Medien als Suchterkrankung anerkannt wird. "Wenn jemand bei Tag und Nacht ständig zum Smartphone greift, um Nachrichten zu beantworten, verändert das die Kommunikation mit der realen Umgebung und hat erhebliche Einflüsse auf das eigene Verhalten", sagt der Vorsitzende Andreas Gohlke.

In der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (International Classification of Diseases, ICD-10) taucht eine übermäßige Internetnutzung nicht als Funktionsstörung auf. Das Diagnose-Handbuch DSM-5 der American Psychiatric Association führte im vergangenen Jahr zum ersten Mal Kriterien zur Diagnose einer Computerspielsucht auf. Die Experten halten aber mehr Forschung für notwendig, damit die Computerspielsucht als Krankheit anerkannt werden kann.

Experten sehen Risiken für Jugendliche

Die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU) sieht Risiken für Jugendliche: "Es besteht die Gefahr, dass sie sich übermäßig lange und zu oft im Netz aufhalten", erklärte sie anlässlich des "Safer Internet Day" im Februar. Rund 560 000 Internetabhängige gebe es in Deutschland - etwa ein Prozent der 14- bis 65-Jährigen, ermittelte eine Studie zu Internetabhängigkeit der Universität Lübeck ("Pinta-Diari") im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums von 2013. Fast drei Viertel (72 Prozent) der 12- bis 19-Jährigen haben nach Angaben der Bundesdrogenbeauftragten ein Smartphone. Sie chatten zum Beispiel via Facebook oder WhatsApp.

Verena Minge wollte der Frage nach Smartphone-Sucht mit Hilfe eines Testbogens auf die Schliche kommen: Welchen Einfluss hat die Nutzung etwa auf das persönliche Befinden? Den Fragebogen stellte sie auf ihre Facebook-Seite, ihre Freunde teilten ihn wiederum mit deren Freunden. So kamen 225 Teilnehmer zusammen. "Die Quintessenz war, dass das Smartphone einen sehr hohen Suchtcharakter besitzt, einen erschreckend hohen", sagt Minge. Wenn das Handy den Alltag von jemandem beeinflusst, hat derjenige auch viele virtuelle Kontakte - und verstärkte Entzugserscheinungen, wenn er nicht online ist. Einen Zusammenhang zum Rauchen fand die Studentin aber nicht.

Nicht zu schnell von Sucht sprechen

Die Universität Bonn erforscht mit Hilfe der App "Menthal" (via Android), inwieweit Suchtgefahr droht. Sie fand in einer Pilotstudie heraus, dass das Handy am Tag 80 Mal im Durchschnitt aktiviert wurde.

Der Fachverband Medienabhängigkeit warnt davor, zu schnell von Sucht zu sprechen. "Smartphones sind eine Nutzungsvariante für Virtualität und damit ähnlich gefährlich oder ungefährlich wie eine Flasche Bier im Supermarktregal - der Nutzer oder Käufer entscheidet, wie der Umgang damit aussieht", sagt Gohlke. Für Jugendliche, die mit diesen Medien groß werden, sei die Kommunikation über elektronische Medien viel selbstverständlicher als für Ältere. Und: Für eine Sucht müssen nach seiner Ansicht verschiedene Faktoren über einen längeren Zeitraum erfüllt sein. "Da spielen auch persönliche Faktoren wie Selbstwert und Selbstsicherheit eine große Rolle."

Verena Minge möchte auf den Komfort des Smartphones inzwischen nicht mehr verzichten. Das soll aber Grenzen haben: "Wenn ich mit Freunden unterwegs bin, bleibt mein Smartphone in der Tasche."

Oliver von Riegen/DPA / DPA
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.