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Kindesentwicklung: Armut behindert geistige Entwicklung

Mehr als 200 Millionen Kinder unter fünf Jahren weltweit können ihr geistiges Potenzial nicht voll ausschöpfen. Gefangen in einem Teufelskreis aus Armut, Mangelernährung und schlechter Gesundheit, tragen sie die Nachteile bis in die nächste Generation.

Die Gruppe um Sally Grantham-McGregor vom University College in London veröffentlichte diese Studie im Medizinjournal "The Lancet" (Bd. 369, S. 60). Der Geldmangel führe unter anderem zu schlechter Gesundheit und Mangelernährung. "Diese benachteiligten Kinder sind wahrscheinlich schlechter in der Schule, haben deswegen später ein geringes Einkommen, versorgen ihre Kinder schlechter und tragen die Armut über die Generationen weiter", erklärt Grantham-McGregor.

Die ersten Lebensjahre sind entscheidend

Ihre Gruppe beziffert die Zahl der betroffenen Kinder auf insgesamt 219 Millionen. Ein großer Teil (89 Millionen) lebt in Südasien. Zwei Drittel aller betroffenen Kinder kommt aus zehn Ländern: Indien, Nigeria, China, Bangladesch, Äthiopien, Indonesien, Pakistan, Kongo, Uganda und Tansania.

Außer ihren geistigen Fähigkeiten litten in einer wenig fordernden Umgebung auch die Beweglichkeit und die emotionale Entwicklung der Kinder. Dabei spielten die ersten Lebensjahre eine entscheidende Rolle für die Entwicklung des Menschen, weil in dieser Zeit die Grundlagen fürs Lernen, die Neugier und das Vertrauen gelegt werden.

Vereinte Nationen wollen bis 2015 weltweit Grundschulausbildung für alle

Die Studie ist der erste Beitrag einer dreiteiligen Serie und beschreibt zunächst den Umfang des Problems. Teil zwei konzentriert sich auf die unmittelbaren Ursachen: Jod- und Eisenmangel, Blei- und Arsenvergiftung, Verkrüppelung und eine unzureichende Stimulation der Kinder. Die dritte Studie will zeigen und beurteilen, wie und dass sich dem Problem abhelfen lässt.

Die Vereinten Nationen haben sich in ihren Millenniums-Zielen dazu verpflichtet, bis zum Jahr 2015 allen Kindern weltweit eine Grundschulausbildung zu gewähren und die Zahl hungernder Menschen zu halbieren. Zusammen mit ihren Mitautoren verlangt Grantham-McGregor von den Regierungen und der Zivilgesellschaft mehr und bessere Förderprogramme für Kinder.

DPA / DPA
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