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Immunonkologie: Pharmakonzern Merck bringt neues Krebsmittel auf den Markt

Krebs bekämpfen, indem das körpereigene Immunsystem gestärkt wird: Das ist die Idee neuer Behandlungsmethoden in der Krebsforschung. Der Pharmakonzern Merck hat einen solchen Antikörper entwickelt - der wohl schon bald auf den Markt kommt.

Die Pharmakonzerne Pfizer und Merck forschen im Bereich der Immunonkologie

Die Pharmakonzerne Pfizer und Merck forschen im Bereich der Immunonkologie

Avelumab heißt das neue Mittel, mit dem der Pharma- und Chemiekonzern Merck Krebs bekämpfen will. Es handelt sich um einen Antikörper, der das körpereigene Abwehrsystem dazu bringen soll, Krebszellen zu bekämpfen. Die Krebsimmuntherapie ist eine Behandlungsmethode, die noch in den Kinderschuhen steckt, aber als vielversprechend gilt. Noch ist Avelumab nicht auf dem Markt, doch Merck kann  auf eine beschleunigte Zulassung in den USA hoffen.

Die US-Gesundheitsbehörde FDA habe Merck eine beschleunigte Prüfung der Zulassung für das Medikament zugesagt, teilte das Unternehmen mit. Dies gelte für die Behandlung des metastasierten Merkelzellkarzinom, einem seltenen, bösartigen Hauttumor. Der so genannte "Fast Track"-Status soll die Begutachtung von Arzneimitteln zur Behandlung schwerer Erkrankungen mit einem hohen ungedeckten medizinischen Bedarf beschleunigen.

Merck kooperiert mit Pfizer

Merck hat mehrere klinische Studien in verschiedenen Krebsarten mit Avelumab laufen. Zur Behandlung des Merkelzellkarzinom befindet sich das Mittel in der zweiten von drei Phasen der klinischen Entwicklung.

Den Antikörper hat Merck nach eigenen Angaben vor fast zehn Jahren entdeckt und in verschiedenen Studien auf seine Wirksamkeit untersucht. Im Jahr 2014 vereinbarte Merck mit dem US-Pharmariesen eine Allianz, um Avelumab gemeinsam zu entwickeln und zu vermarkten. Eine erste Markteinführung von Avelumab erwarte Merck 2017, danach soll mindestens eine weitere Marktzulassung pro Jahr bis 2022 erreicht werden.

kis / Reuters
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