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Stockholm Medizin-Nobelpreis für britischen Forscher


Der Nobelpreis für Medizin geht in diesem Jahr an den Pionier der künstlichen Fortpflanzung, den britischen Forscher Robert Geoffrey Edwards. Bei seinen Forschungen handele es sich "um einen Meilenstein in der Entwicklung der modernen Medizin", lobte das Komitee.

Der Nobelpreis für Medizin geht in diesem Jahr an den Briten Robert Edwards. Er erhält die Auszeichnung für die Entwicklung der künstlichen Befruchtung. Seine Forschungen seien ein "Meilenstein in der Entwicklung der modernen Medizin", teilte das Nobel-Komitee des Karolinska-Instituts in Stockholm mit. Der Nobelpreis wird in diesem Jahr zum 101. Mal verliehen. Die höchste Auszeichnung für Mediziner ist mit umgerechnet rund einer Million Euro (zehn Millionen Schwedischen Kronen) dotiert.

Der 85-jährige Physiologe Edwards hatte gemeinsam mit dem inzwischen verstorbenen britischen Gynäkologen Patrick Steptoe die In-vitro-Fertilisation entwickelt. Dabei werden Eizellen außerhalb des Körpers befruchtet und der Frau dann in die Gebärmutter eingepflanzt. Edwards und Steptoe gelang die erste künstliche Befruchtung einer Frau: 1978 wurde das erste "Retortenbaby" Louise Joy Brown geboren.

Behandlung der Unfruchtbarkeit ermöglicht

Edwards Forschungen hätten die Behandlung der Unfruchtbarkeit möglich gemacht - ein Zustand, "der einen großen Teil der Menschheit trifft, mehr als zehn Prozent aller Paare weltweit", teilte das Nobel-Komitee zur Begründung mit. Bis heute verdankten rund vier Millionen Menschen ihr Leben der künstlichen Befruchtung. Viele seien inzwischen erwachsen und hätten selbst Kinder. "Edwards hat mit seiner Arbeit eine monumentale Herausforderung bewältigt. Er musste auch starken Widerstand des Establishments überwinden", sagte ein Mitglied des Nobel-Komitees.

Edwards lebt in einem Seniorenheim in Großbritannien. Es sei fraglich, ob er den Preis im Dezember persönlich entgegennehmen könne, hieß es beim Nobelkomitee. Edwards Frau habe aber mitgeteilt, er sei sehr erfreut über die Auszeichnung.

Am Dienstag und Mittwoch werden die Träger des Physik- und des Chemie-Nobelpreises benannt. Die feierliche Überreichung des Preises findet traditionsgemäß am 10. Dezember statt, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel.

AFP/DPA/lea DPA

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