Weiblicher Körper Fett auf Wanderschaft


Die Kurven einer Frau verändern sich mit den Jahreszeiten. So wandert das Fett im Körper, sodass im Frühling Frauen am weiblichsten aussehen.

Die Verteilung des Körperfetts im Lauf eines Jahres verändert sich, haben kanadische Forscher entdeckt. So wandert Fett, das sich im Frühjahr auf den Hüften befindet, im Lauf des Sommers und des Herbstes in Richtung Taille und verwischt dabei die typisch weiblichen Konturen. Verantwortlich dafür sind nach den Ergebnissen der Wissenschaftler Schwankungen des Testosteronspiegels, der im Herbst deutlich höher liegt als im Frühjahr. Ob diese Figurveränderungen jedoch ausgeprägt genug sind, um ins Auge zu fallen, sei eher zweifelhaft, schreiben die Forscher um Sari van Anders von der Simon-Fraser-Universität in Burnaby. Sie stellen ihre Arbeit in der Fachzeitschrift "Psycholoneuroendocrinology" vor (Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1016/j.psyneuen.2006.03.002).

Im Frühling am weiblichsten

Für ihre Studie untersuchten van Anders und ihr Team Speichelproben von 220 Frauen und 127 Männern auf das männliche Geschlechtshormon Testosteron. Außerdem bestimmten die Forscher bei den weiblichen Probanden das Verhältnis von Taillen- zu Hüftumfang. Je größer dieses Verhältnis dabei ist, desto weniger ausgeprägt sind die typisch weiblichen Rundungen mit schmaler Taille und runden Hüften.

Das Ergebnis: Sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen war der Testosteronspiegel im Herbst am höchsten und im Frühjahr am niedrigsten. Parallel dazu veränderte sich auch das Taillen-Hüft-Verhältnis bei den Frauen, entdeckten die Forscher. Im Frühjahr war es am kleinsten und nahm dann im Lauf des Sommers stetig zu, bis es im Herbst seinen höchsten Wert erreichte. Demnach erscheinen Frauen mit ihren ausgeprägteren Kurven im Frühling am weiblichsten und im Herbst am wenigsten weiblich.

Auch geistige Leistungen beeinflusst?

Da es bereits in früheren Studien Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Taillen-Hüft-Verhältnis und der Attraktivität einer Frau gegeben habe, sei es wahrscheinlich, dass die Frauen daher im Frühjahr attraktiver wirkten als im Herbst, erklären die Forscher. Auch wurden kurvige Figuren in verschiedenen Untersuchungen mit einem besseren Gesundheitszustand und einer besseren Fruchtbarkeit in Verbindung gebracht. Ob die Veränderungen der Figur während der Jahreszeiten jedoch tatsächlich von Männern bewusst wahrgenommen würden oder ob sie einen unbewussten Einfluss ausüben, können die Forscher noch nicht sagen. Sie wollen nun untersuchen, ob auch andere Eigenschaften wie das Verhalten oder die geistige Leistungsfähigkeit von den jahreszeitlichen Testosteronschwankungen beeinflusst werden.

DDP


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker