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Zweifelhafte Forschung: Strafanzeige: Uni-Mitarbeiter sollen Labormäuse gequält haben

Forscher an der Uni Münster sollen Mäuse im Labor gequält haben. Die Stadt schaltete die Staatsanwaltschaft ein. Die Universität kündigte eine zügige Aufklärung des Falls an.

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In Münster sollen Forscher Mäuse im Labor gequält haben (Symbolbild)

Die Stadt Münster hat drei Mitarbeiter der medizinischen Fakultät der Universität wegen illegalen Tierversuchen und erheblichen Verstößen gegen den Tierschutz angezeigt. Sie sollen Labormäuse gequält haben. Einer Pressemitteilung der Stadt zufolge, hatte die Veterinärbehörde bereits am Dienstag, 20. Juni, einen anonymen Hinweis auf eine nicht genehmigten Versuchstierhaltung bekommen. Diesem ging sie umgehend nach und entdeckte in einem Kellerraum Käfige mit insgesamt 77 Mäusen. Sechs der Tiere mussten vor Ort getötet werden, so schlecht sei ihr Zustand gewesen.

Konkret heißt es in der Mitteilung: "Die Veterinärbehörde stellte bei etlichen Mäusen eindeutige Symptome fest, die auf länger anhaltende, erhebliche Schmerzen und Leiden der Tiere hinwiesen." Und weiter: "Nach ihrer Erkenntnis hätten die Verantwortlichen der Einrichtung diese Schmerzen und Leiden erkennen und beenden müssen". Auch ein nicht genehmigter chirurgischer Eingriff sei an einem der Tiere festgestellt worden. Darüber hinaus fehlten offenbar im Labor Apparaturen, um einen genehmigten Versuch ordnungsgemäß durchzuführen. Die beschuldigten Mitarbeiter dürfen den Raum nicht mehr betreten.

Universität Münster setzt Kommission ein

Die Universitätsleitung hat unterdessen in einer Mitteilung erklärt, zur Klärung der Vorfälle eine interne Untersuchungskommision einzusetzen. Dieser sollen unter anderem Biologen und Tierschutzexperten angehören. Johannes Wessels, Rektor der Universität, hatte sich bereits unmittelbar nach dem Vorfall "entsetzt über diesen Vertrauensbruch" gezeigt. Nun schob er nach: "Wir werden alles dafür tun, um die Vorwürfe schnell und umfassend zu klären. Wir haben großes Interesse an einer gründlichen Überprüfung".

Das Gesetz sehe bei Verstößen gegen den Tierschutz Geld- oder Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren vor, heißt es von Seiten der Stadt.

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